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Hessischer Breitbandgipfel : Zwischen weißen Flecken und Gigabit-Gesellschaft

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Noch immer vielfach Mangelware auf dem Land in Hessen: Glasfaserkabel Bild: dpa

Auf dem hessischen Breitbandgipfel wird über den Eintritt in die Gigabit-Gesellschaft geredet. In Nordosthessen würde sich derweil so mancher Nutzer schon über ein paar Megabit freuen.

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          Mehr offene Hot-Spots und Vorbereitungen auf die Gigabit-Gesellschaft: Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) hat sich auf dem 8. Hessischen Breitbandgipfel am Mittwoch in Frankfurt für einen weiteren konsequenten Ausbau der Dateninfrastruktur ausgesprochen. Bei der flächendeckenden Erschließung mit schnellem Internet von mindestens 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 sei Hessen zwar „auf der Zielgeraden“.

          Diese Bandbreiten reichten jedoch nicht für automatisiertes Fahren oder die Industrie 4.0 aus. „Wir müssen schon heute für die sogenannte Gigabit-Gesellschaft planen“, sagte Al-Wazir. Das Land wolle daher eine Gigabit-Allianz unter Einbindung der Telekommunikationsunternehmen gründen.

          „Es geht um unsere Zukunft“

          Wie dringlich der Ausbau des schnellen Internet ist, skizzierte Martin Heindl vom Verband kommunaler Unternehmen mit den Worten: „Es geht um unsere Zukunft.“ Wer wie die SPD die digitale Heimarbeit fördern wolle, brauche den flächendeckenden Ausbau der Breitbandangebote, mahnte Jürgen Grützner vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten.

          Die bisherige Bilanz bei der Breitbandversorgung in Hessen kann sich laut Al-Wazir sehen lassen. Das Land gehöre zu den Top Drei der Flächenländer, 78,3 Prozent der Haushalte könnten über Breitbandanschlüsse verfügen. Zugleich appellierte Al-Wazir an die Kommunen, offene W-Lan-Hotspots einzurichten.

          „Sonst stirbt was“

          Die SPD-Fraktion im Landtag forderte ehrgeizigere Ziele für den Breitbandausbau, die zudem über das Jahr 2018 hinausgingen. Die Landesregierung müsse dazu eigene Mittel in die Hand nehmen und das Thema zur Chefsache machen.

          Dass längst nicht alle Landkreise über konkurrenzfähiges Internet verfügen, verdeutlichte Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg, der beim Breitbandgipfel für fünf Kreise sprach. Es sei ja schön, Schülern in der Schule ein Tablet in die Hand zu drücken. Das nutze aber wenig, wenn die Lehrer dann sagten, nicht einmal online gehen zu können.

          Das schnelle Internet müsse „zeitnah“ ausgebaut werden - „sonst stirbt was“ im ländlichen Raum. Die von ihm vertretenen Kreise verlegten derzeit selbst die notwendigen Glasfaserkabel, um wenigstens ein Megabit in der Sekunde zu ermöglichen und weiße Flecken auf der Breitband-Landkarte zu tilgen.

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