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Cyberkriminalität : Hacker attackieren Hedgefonds

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Mit diesem Angriff haben Hacker so viel Geld verdient wie selten: Sie knackten das Handelssystem eines Hedgefonds. Experten warnen vor einer neuen Qualität der Organisierten Kriminalität im Internet. 

          Hacker sind in die Computersysteme eines großes Hedgefonds eingedrungen und haben dabei vermutlich einen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Wie der amerikanische Fernsehsender CNBC berichtet, installierten Kriminelle Ende 2013 eine gefährliche Schadsoftware auf den Rechnern des Unternehmens und legten damit dessen Hochfrequenzhandel lahm. Auch seien hochvertrauliche Daten über die Finanzgeschäfte des Hedgefonds an fremde Computer übertragen worden.

          Erst vor wenigen Wochen machte die „Heartbleed“-Sicherheitslücke Schlagzeilen. Sie ermöglichte es Kriminellen vor allem, massenhaft Daten von Nutzern großer Webseiten auszuspähen.

          Dieses Mal handelt es sich um einen gezielten Angriff auf einen Hedgefonds. Die Angreifer knackten das System, mit dem Handelsaufträge eingegeben werden. Diese Aufträge wurden dann aus dem Unternehmen hinausgesandt und um einige Millisekunden verzögert. So konnten die Angreifer schneller handeln als der Fonds und sich selbst Gewinn zu Lasten des Hedgefonds verschaffen. Sie fielen auf, weil im System einige Dateien auf unnatürliche Weise verschoben wurden.

          Aufgedeckt wurde der Angriff von der IT-Firma BAE Systems. „Zum ersten Mal haben wir hier erlebt, dass Kriminelle gezielt ein Handelssystem ins Visier nehmen, es praktisch übernehmen und es sabotieren“, sagte der BAE-Manager Paul Henninger. Den Namen des betroffenen Hedgefonds wollte er nicht nennen.

          Solche Angriffe auf Finanzinstitutionen seien „das perfekte Verbrechen“, sagte Henninger dem Fernsehsender. Sie seien wegen der zahlreichen oft undurchsichtigen internationalen Geschäftsverbindungen schwer zu verfolgen. Gleichzeitig wendeten sich viele betroffene Firmen nur zögerlich an die Polizei, da sie befürchten müssten, dass fragwürdige Geschäfte ans Licht kommen.

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