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„Hack Days“ bei der F.A.Z. : Ideen für den Datenschutz

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Voll konzentriert: Die Teams arbeiten an ihren Projekten. Bild: Global Editors Network

Datennutzung transparent machen, Nutzerdaten schützen - daran arbeiteten Journalisten und Programmierer aus ganz Deutschland am Wochenende in der Berliner F.A.Z.-Redaktion.

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          Schlaf kann warten, Essen ist nicht so dringend und Pausen sowieso vollkommen unnütz. Denn die Zeit drängt. Wenn sich Journalisten, Designer und Entwickler zu ihren „Hack Days“ treffen, dann drängt die Zeit. Das ist Absicht: An solchen Tagen herrscht setzen sich alle eine besonders kurze Frist, um voll konzentriert ein besonderes Projekt zu schaffen - ein System, mit dem auch Internet-Startups gute Erfahrungen gemacht haben.

          Arbeit gibt es schließlich genug. Seit Monaten diskutiert Deutschland über Datenschutz, aber bis heute ist immer noch nicht klar, wo die Deutschen überall überwacht und verfolgt werden. Das internationale Journalistennetzwerk „GEN“ und die F.A.Z. haben deshalb an diesem Wochenende ihre Kollegen zu Datenschutz-“Hack Days“ in die Berliner F.A.Z.-Redaktion geladen. Viele Medien aus ganz Deutschland machten mit. Jedes schickte ein Dreierteam aus einem Journalisten, einem Designer und einem Programmierer. 29 Stunden hatten die Teams, um einen Prototypen für eine neue journalistische Form zu entwickeln. Eine Expertenjury bewertet anschließend die Projekte.

          Die Projekte machten deutlich: Es gibt noch viel aufzuklären. Datenwege zum Beispiel, denn die verlaufen manchmal sehr überraschend. Ein Team der „Deutschen Presseagentur“ konnte zeigen: Die Deutschen schicken selbst dann Informationen über sich in die Vereinigten Staaten, wenn sie die Webseite des russischen Gaskonzerns Gasprom besuchen. Eine Weltkarte zeigte die Wege der Datenpakete um die Welt.

          Überwachung im Spiel

          Eine andere Idee kam vom Magazin „Spiegel“:  Es zeigte die Auswirkungen von Überwachung in einem Spiel, in dem die Nutzer ihren Tagesablauf nachspielen können und bei allen Entscheidungen auf die Folgen für ihre Datenspur hingewiesen werden - auch darauf, dass sie durch die Verarbeitung der Daten manchmal Vorteile haben, zum Beispiel wenn wichtige Gesundheitsangaben auf der Krankenkassen-Karte gespeichert sind und Ärzte deshalb ihre Patienten besser behandeln können.

          Die F.A.Z. wies darauf hin, wie viele Informationen schon öffentlich sind. Sie zeigte Zusammenhänge in den Personen-Suchergebnissen von Google, die es erlauben, in wenigen Sekunden ein recht präzises Profil über eine Person zu erstellen - das hilft auch den Nutzern selbst, die ihre Suchergebnisse nach einem neuen Urteil um die entscheidenden ungeliebten Beiträge bereinigen können.

          Den Wettbewerb gewann ein Projekt der „Open Knowledge Foundation“, einer Stiftung, die sich in vielen Ländern für Transparenz einsetzt. Ein Team aus ihrem deutschen Büro zeigt auf einer neuen Webseite, wie viele Firmen die Leser beim Besuch von Nachrichtenseiten verfolgen. Eine Grafik machte deutlich, welche Unternehmen mit welcher Internetadresse auf welchen Nachrichtenseiten präsent sind. Das Team gewann den ersten Preis der Jury und den Publikumspreis, es vertritt Deutschland jetzt beim Welt-Wettbewerb im Juni in Barcelona.

          Die Jury lobte zudem die „Süddeutsche Zeitung“ für ein digitales Wimmelbild rund um den Datenschutz. Ein weiteres Lob bekam die „Rhein-Zeitung“: Sie will ihren Lesern eine App an die Hand geben, mit der sie die Standorte von Videokameras aufzeichnen können. So macht sie darauf aufmerksam, dass eine der großen Datenschutzfragen gar nichts mit dem Internet zu tun hat.

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