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Vorwurf Machtmissbrauch : Große Computerkonzerne beschweren sich über Google

  • Aktualisiert am

Beliebte App: der Nachrichtendienst Whats App Bild: dapd

Eine IT-Allianz beschwert sich über Google. Der Vorwurf: Google missbrauche die Marktdominanz des Smartphone-Betriebssystems Android, um eigene Dienste prominenter zu machen.

          Google missbraucht nach Ansicht bedeutender Wettbewerber seine Marktmacht, um auf internetfähigen Mobiltelefonen unfair eigene Applikationen (Apps) durchzusetzen. Google ziele letztlich darauf ab, „seine Kontrolle über Internetdaten der Nutzer zu zementieren“, erklärten Microsoft, Oracle, Expedia, TheFind und 13 weiteren Firmen in Brüssel, die sich unter dem Namen „FairSearch“ zusammengeschlossen und nun bei der EU-Kommission beschwert haben. Googles Verhalten gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoße, erklärten die Firmen.

          Google missbraucht seine Stellung aus der Perspektive der Konkurrenten einmal mit dem Smartphone-Betriebssystem Android, das laut „FairSearch“ auf 70 Prozent der neuesten Geräte läuft. Google stelle Herstellern von Smartphones wie etwa HTC und Samsung Android gratis zur Verfügung. Das Betriebssystem diene dabei aber als „Trojanisches Pferd“, um den Markt zu monopolisieren, hieß es in der Erklärung. Google zahle durch die Gratis-Lieferung von Android zwar drauf, mache es so aber anderen Betriebssystemen schwer, zu konkurrieren, lautet die Beschwerde.

          App-Vorsprung

          Der zweite Vorwurf betrifft die Apps. Zu Google gehören beispielsweise beliebte Apps wie die für das Videoportal Youtube. Ein Großteil der Smartphone-Hersteller will diese Apps voreinstellen, sodass der Käufer direkt darauf zugreifen kann. Google knüpfe dies aber an die Bedingung, dass dann auch eine Reihe weiterer Google-Apps prominente Plätze auf dem Smartphone erhalte, wirft „FairSearch“ dem Unternehmen vor. So
          würden die nicht so populären Google-Apps von den prominenten
          profitieren. Den Schaden hätten die Verbraucher, weil Apps anderer
          Firmen für dieselben Zwecke aussortiert würden.


          Auf diesem Weg komme Google an immer mehr Nutzerdaten, weil die
          Daten der App-Benutzung an die Internetfirmen zurückfließen, macht
          „FairSearch“ geltend. Damit könne Google dann gezielte Werbung
          schalten - Werbeeinnahmen seien der Zweck des Ganzen.


          Die EU-Kommission untersucht bereits seit Jahren Vorwürfe gegen
          Google. Es geht unter anderem um das Hauptprodukt, die
          Suchmaschine. Google manipuliere Suchergebnisse, um eigene
          spezielle Suchdienste zum Beispiel für Restaurants weit oben
          anzuzeigen, lautet der Verdacht. In diesem Fall hat Google
          inzwischen Zusagen für Änderungen gegenüber der EU-Kommission
          gemacht, die derzeit geprüft werden.





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