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Wie gut geht das? : Google verbessert Übersetzungen mit künstlicher Intelligenz

Google will seinen Übersetzungsdienst mit Hilfe von künstlicher Intelligenz stark verbessern. Bild: dpa

Google hat angekündigt, die Funktionsweise seines Übersetzungsdienstes „Google Translate“ radikal zu verbessern. Kommt das nun der Qualität menschlicher Übersetzungen nahe?

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          Der amerikanische Internetkonzern Google hat sich vor rund einem Jahr eine neue Gestalt gegeben und sich in die Alphabet-Holding verwandelt Das Kerngeschäft von Google mit der gleichnamigen Suchmaschine und anderen Produkten wie dem Videodienst Youtube ist seither nur noch eine von mehreren Tochtergesellschaften. Die restlichen Einheiten beschäftigen sich mit ganz anderen Projekten, die zum Teil noch weit von marktreifen Produkten entfernt sind – etwa selbstfahrende Autos oder der Bekämpfung von Krebs. Der Konzern weist aber auch immer wieder darauf hin, dass einige seiner ambitioniertesten Vorhaben innerhalb der Stammsparte Google angesiedelt sind.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Als Zukunftsthemen hebt das Management dabei immer wieder künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen hervor, die viele Produktbereiche von Google berühren sollen. Die Suchmaschine soll zum Beispiel in die Lage versetzt werden, sich selbständig durch maschinelles Lernen besser zu machen. Auch bei Youtube oder in seiner Werbetechnologie will Google künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen lassen. In diesem Jahr gelang Google auf dem Gebiet ein Coup, als ein Computer des Unternehmens den Weltmeister im asiatischen Brettspiel Go schlug, das als besonders komplex gilt. Dieser Computer wurde von einem britischen Spezialisten für künstliche Intelligenz entwickelt, den Google vor einigen Jahren übernommen hat.

          Jetzt hat Google angekündigt, ein häufig genutztes Produkt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz verbessert zu haben. Das Unternehmen hat die Funktionsweise seines Übersetzungsdienstes, auch „Google Translate“ genannt, radikal überarbeitet und ihn damit nach eigener Aussage deutlich weniger fehlerhaft gemacht. Das neue System wird nun zunächst für Übersetzungen von Englisch auf Chinesisch eingeführt, in den kommenden Monaten soll es auch für andere Sprachen verfügbar gemacht werden.

          Google Translate kann mit mehr als 10.000 Sprachen arbeiten

          Google Translate wurde vor rund zehn Jahren gestartet und kann heute nach Angaben des Unternehmens mit mehr als 10.000 Sprachen arbeiten. Der Dienst wird zwar von vielen Nutzern als hilfreich empfunden, liefert aber bis heute oft Übersetzungen, die mit Fehlern gespickt sind oder keinerlei Sinn ergeben. Bisher funktionierte der Dienst ebenso wie konkurrierende Angebote so, dass Sätze von der Google-Technologie in mehrere Wörter und Phrasen unterteilt werden, für die dann weitgehend unabhängig voneinander eine Übersetzung geliefert wird. Mit der neuen Methode wird aber ein ganzer Satz als eine einzelne Einheit betrachtet.

          Google setzt dabei sogenannte künstliche neuronale Netze ein, die dem Netzwerk von Nervenzellen im menschlichen Gehirn nachempfunden sind. Wie es in einem Blogeintrag von Google heißt, habe diese Technologie zunächst ähnlich akkurate Übersetzungen geliefert wie die alte Methode, mittlerweile sei sie aber deutlich besser. Sie sei für Übersetzungen vom Englischen in Sprachen wie Chinesisch, Spanisch und Französisch eingesetzt worden und habe die Zahl der Fehler um 55 bis 85 Prozent reduziert. Sie sei damit auch der Qualität menschlicher Übersetzungen nähergekommen.

          Google nennt die neue Technologie einen „signifikanten Meilenstein“, auch wenn es noch immer viel zu verbessern gebe. Das neue System mache noch immer erhebliche Fehler, die einem menschlichen Übersetzer nie unterlaufen würden, etwa bei Eigennamen oder seltenen Begriffen. Es würden auch noch immer Wörter weggelassen, und Sätze würden isoliert übersetzt, ohne den Kontakt eines Absatzes oder einer Seite zu berücksichtigen. „Maschinelle Übersetzung ist in keiner Weise gelöst“.

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