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Neue Gesundheitstochter : Google will das Leben verlängern

  • Aktualisiert am

Google will mehr als nur Suchmaschine sein Bild: dpa

Google startet einen neuen Versuch, in die Gesundheitsbranche einzusteigen. Woran das neue Tochterunternehmen Calico genau arbeiten soll, bleibt unklar.

          2 Min.

          Weltweiter Marktführer im Bereich der Suchmaschinen zu sein, scheint Google längst nicht mehr genug: Nun hat der amerikanische Internetkonzern angekündigt, künftig das Altern bekämpfen zu wollen. Eine neu gegründete Tochterfirma namens Calico soll sich mit Gesundheitsfragen beschäftigen, besonders mit dem Älterwerden und den damit verbundenen Krankheiten. „Ich bin sicher, dass wir Millionen Leben verbessern können“, erklärte Google-Chef Larry Page am Mittwoch im Weblog des Unternehmens.

          Darin gesteht Page ein, das Vorhaben könne verrückt und spekulativ erscheinen. Das Investment in den Bereich Gesundheit und Wohlbefinden sei langfristig angelegt und vom Volumen her „sehr klein im Vergleich zu unserem Kerngeschäft“, so Page. In einem Brief an die Aktionäre hatte Google bereits vor einiger Zeit erwähnt, der Konzern sehe ein „enormes Potential“, mit seiner Technologie das Leben der Menschen zu verbessern.

          Apple-Aufsichtsrat Levinson soll Calico führen

          Chef der neuen Firma und Mitinvestor wird Art Levinson, der frühere Lenker des Biotechnologiekonzerns Genentech. Levinson hat unter anderem einen Direktorenposten bei dem Pharmaziekonzern Hoffmann-La Roche inne und steht dem Verwaltungsrat von Apple vor. Dessen Chef Tim Cook gab Levinsons Engagement seinen Segen, obwohl sich Apple mit Google im Smartphone-Markt beharkt. „Ich freue mich auf die Ergebnisse“, erklärte Cook.

          Was das neue Google-Tochterunternehmen Calico konkret erforschen und anbieten soll, weiß indes noch niemand. „Noch ist es sehr früh, deshalb haben wir nicht viel mehr mitzuteilen“, gibt sich Konzernchef Page bedeckt. Der Suchmaschinenkonzern ist derzeit schon an dem Biotechnik-Unternehmen 23andMe beteiligt, das es Privatpersonen ermöglicht, gegen Entgelt ihre Erbinformationen auf genetisch bedingte Krankheiten untersuchen zu lassen. Dafür braucht es große Rechenkapazitäten, die Google in seinen Rechenzentren vorhält. Vorstellbar ist daher, dass auch das neue Unternehmen Calico massive Datenanalyse einsetzen wird, um Krankheiten und ihre Ursachen zu erforschen. Das amerikanische „Time“-Magazin zitiert Quellen, nach denen das neue Projekt „klein anfangen wird und sich darauf konzentrieren wird, neue Technologien zu erforschen“.

          Vor gut fünf Jahren hatte der amerikanische Konzern mit der Plattform Google Health erstmals versucht, in die Gesundheitsbranche einzusteigen. Bei dieser kostenlosen Software konnten Nutzer beispielsweise angeben, unter welchen Allergien sie leiden oder welche Medikamente sie einnehmen, damit diese Daten im Notfall auffindbar sind. Google wollte die Informationen nutzen, um ein Gesundheitsprofil seines Kunden zu entwickeln. Aufgrund von Datenschutzbedenken und mangelnder Akzeptanz wurde Google Health zum Jahresbeginn 2012 eingestellt. Eine deutschsprachige Version hatte es nie gegeben.

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