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Im Porträt: Google-Chef Eric Schmidt : Der Webmaster

Der Seriöse unter den Google-Chefs Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Er hat Google zur wertvollsten Internetfirma der Welt gemacht. Damit wurde er steinreich. Eric Schmidt ist der „Schluß jetzt“-Sager bei Google. Der Erwachsene vom Dienst. Der Moderator und die Stimme der Vernunft neben den zwei 32 und 33 Jahre alten Exzentrikern Brin und Page.

          Eric Schmidt stand wieder einmal fassungslos daneben. Sergey Brin und Larry Page, die 32 und 33 Jahre alten Gründer der amerikanischen Internetgesellschaft Google, lagen sich wie schon so oft in den Haaren, es ging um eine Entscheidung zu irgendwelchen Internetprogrammen. An einem Punkt platzte dem 51 Jahre alten Vorstandschef des meistgenutzten Internetsuchdienstes der Welt der Kragen: Er stellte den Hitzköpfen ein Ultimatum, verlangte einen Konsens bis um 18 Uhr desselben Tages und marschierte davon.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Episode hat Eric Schmidt selbst einmal in einem Interview erzählt. Eine andere Geschichte plauderte kürzlich ein gefeuerter Geschäftspartner aus. Dabei ging es um das legendenumwobene Privatflugzeug der Google-Manager. Brin und Page haben im vergangenen Jahr eine gebrauchte Boeing 767 gekauft. Die Innenausstattung wird gerade nach den Wünschen von Brin und Page komplett erneuert, auch Hobby-Pilot Schmidt ist eng in das Projekt eingebunden, um das höchste Geheimhaltung besteht.

          Er ist der „Schluß jetzt“-Sager

          Beide Gründer bekommen angeblich ein eigenes Prunkzimmer in dem Jet. Irgendwann sollen sie sich darüber gestritten haben, daß Brin in seinem Zimmer ein überbreites Bett wollte, wie der einst mit dem Innendesign beauftragte Vertragspartner nach seiner Entlassung erzählte.

          Die beiden anderen des Triumvirats: Larry Page (l.) und Sergey Brin, diesmal auch seriös

          Auch hier griff demnach Schmidt am Ende entnervt durch: "Sergey, du kannst in deinem Zimmer jedes Bett haben, das du willst. Und das gleiche gilt für dich, Larry. Laßt uns jetzt über etwas anderes reden", soll er gesagt haben.

          Bevor er kam war Google nur eine Internetbude

          Es ist die typische Rolle von Eric Schmidt: Er ist der "Schluß jetzt"-Sager bei Google. Der Erwachsene vom Dienst. Der Moderator und die Stimme der Vernunft neben zwei Exzentrikern. Für diese Aufgabe ist er vor fast fünf Jahren angeheuert worden. Risikokapitalgeber von Google haben damals Druck auf die Gründer gemacht, einen erfahrenen Manager ans Ruder zu lassen, der etwas Ordnung in den Laden bringen kann.

          Schmidt kam vom schwächelnden Softwarehersteller Novell, wo er vier Jahre lang Vorstandschef war. Zuvor war er viele Jahre beim Computerhersteller Sun Microsystems und trieb dessen Internetstrategie voran. Als er zu Google wechselte, war das Unternehmen noch eine chaotische und kleine Internetbude.

          Die Rivalen verblassen

          Heute ist daraus freilich ein ganz anderes Kaliber geworden: Google ist der Gigant im Internet. Kein anderes Internetunternehmen der Welt wird an der Börse so hoch bewertet. Google hat im Moment sogar eine größere Marktkapitalisierung als alle drei anderen bedeutenden Internetadressen Yahoo, Ebay und Amazon zusammen. Selbst Technologieriesen wie der Chiphersteller Intel liegen hinter Google.

          Die laufende Quartalssaison hat die Ausnahmestellung unterstrichen. Yahoo, Ebay und Amazon legten mäßige Zahlen vor oder enttäuschten mit ihren Prognosen, und sie wurden mit heftigen Kursverlusten bestraft. Allein die Google-Aktie konnte zulegen. Erneut hat das Unternehmen im vergangenen Quartal einen phänomenalen Sprung nach vorn gemacht: Umsatz um 77 Prozent auf 2,46 Milliarden Dollar rauf, Gewinn mehr als verdoppelt.

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