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Konzernumbau : Das ist Googles Alphabet

Von A bis Z ist alles drin in der Buchstabensuppe. Bild: dpa

Unter einem neuen Dach bündelt Google alle seine Tochterfirmen: Die Geschäfte mit Drohnen, Löffeln, synthetischer Haut oder selbstfahrenden Autos können damit unabhängiger gesteuert werden.

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          „Nun, das war ein interessantes Ende für den Montag“, twitterte Chris Andrikanich, dessen Nutzername @Alphabet lautet. Nach dem Blogbeitrag von Google-Chef Larry Page zur Unternehmensumstrukturierung wurde der bis dahin Unbekannte mit Glückwünschen überschwemmt – schließlich sei sein Name nun sehr wertvoll. Doch weder der Nutzername noch die Domain alphabet.com, die BMW gehört, scheint Google vor seiner Umstrukturierung wichtig gewesen zu sein.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Für die Investoren gilt ohnehin das „Raider-heißt-jetzt-Twix“-Prinzip: Alles wird eins zu eins umgewandelt, es ändert sich nichts. Und doch findet Alphabet-Chef Larry Page, das A, der Beginn des Alphabets, stehe nun für den Beginn „einer Ansammlung von Unternehmen.“

          Wie aus einer Buchstabensuppe picken wir uns ein paar Unternehmen heraus, die zusammengenommen ein recht genaues Bild davon zeichnen, wie Google in Zukunft wirtschaften und in nahezu allen Lebensbereichen präsent sein will.

          B wie Boston Dynamics

          Wer den Roboterhund „Big Dog“ oder den vierbeinigen, mit Verbrennungsmotor angetriebenen Laufroboter des amerikanischen Unternehmens Boston Dynamics laufen sieht, kann es schnell mit der Angst zu tun bekommen: Spot läuft Treppen hoch, Big Dog kann auf Eis balancieren, man kann sie treten und schubsen, und sie fallen trotzdem nicht um. Wer weiß, wie schwer sich Roboter mit Hindernissen tun oder mit einem Eingriff in ihren normalen Bewegungsablauf, der versteht, wie weit fortgeschritten die Technik von Boston Dynamics ist. Für das amerikanische Militär entwickelt die Firma diese Roboter. Eingesetzt werden könnten sie etwa, um gefährliches Gelände zu durchqueren und Militärgerät zu transportieren – oder, dystopischer ausgedrückt, mit einer aufmontierten Waffe zu einer ferngesteuerten Kampfmaschine werden.

          Doch seit Ende 2014 kann man sich für die Roboter noch eine andere Zukunft vorstellen: Da nämlich hat Google Boston Dynamics gekauft: Für die Entwicklung von beweglichen Maschinen war das ein großer Schritt für Google. Neuland war es für das Unternehmen trotzdem nicht: zuvor hatte Google bereits sieben Robotik-Unternehmen übernommen.

          Eine autonome Autofahrt, die ist lustig: Eric Schmidt, Vostandschef von Alphabet Inc., im Google-Auto

          C wie Calico

          Mit der Gründung des Biotechnologieunternehmens Calico ist Google bereits im Jahr 2013 in das Geschäft rund um Alterungsprozesse und altersbedingte Krankheiten eingestiegen. Calico steht für „California Life Company“, in das Forschungszentrum rund um San Francisco will Google mehrere hundert Millionen Dollar investieren. Larry Page hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben der Menschen zu verlängern, indem seine Forscher das Altern verzögern.

          Das passt zu seiner Philosophie, mit seinen sogenannten „Moonshots“ auch ehrgeizige Projekte zu verfolgen, deren Erfolg alles andere als sicher ist. Page mag Unternehmen, die „eine gesunde Missachtung des Unmöglichen haben“, wie er einst sagte.

          D wie Deep Mind

          Das 2011 gegründete und 2014 von Google gekaufte Unternehmen beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz. Unter anderem hat die Firma einen Algorithmus entwickelt, mit dem Computer Videospiele genauso spielen können wie Menschen. Dem Leitspruch des Unternehmens nach, will Deep Mind „die Intelligenz enträtseln“, also auch verstehen, was menschliche Gehirne besonders macht und wie man die Schnelligkeit von Computern mit der Kreativität von Menschen zusammenbringen kann.

          I wie Google Ideas

          Mit Produkten wie dem „Project Shield“ oder dem „Password Alert“ will Googles Ideenschmiede gegen Online-Angriffe wappnen. Das Schutzschild ist eine Wand gegen feindliche Hacker, die etwa mit DDoS-Attacken, also massenhaften Anfragen, versuchen, Webseiten lahmzulegen. Der Passwort-Alarm soll davor warnen, wenn Hacker versuchen, Passwörter auszulesen. Solche Produkte gibt es hundertfach, Google hat sich hierbei jedoch als Zielgruppe Menschenrechtsaktivisten ausgeguckt oder Journalisten in Ländern, die von repressiven Regimen oder von Hacker-Angriffen stärker bedroht sind. Andere Software-Unternehmen, die etwa vor DDoS-Attacken schützen, zielen eher auf Unternehmen als Kunden.

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