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„Pixel“ : So teuer wie ein iPhone – Google stellt eigenes Smartphone vor

Mit Telefonen unter eigener Marke will sich Google ein größeres Stück vom lukrativen Geschäft mit teuren Smartphones sichern. Bild: Reuters

Google hat eine Reihe neuer Geräte vorgestellt – darunter das erste Smartphone unter eigener Marke. Bei der Software setzt der Konzern mehr und mehr auf künstliche Intelligenz.

          Der zur Alphabet-Holding gehörende Internetkonzern Google hat am Dienstag in San Francisco eine Reihe neuer elektronischer Geräte gezeigt, darunter Smartphones und ein persönliches Assistenzsystem für den Haushalt. Google wagt sich damit weiter in das Hardwaregeschäft vor. Das heißt freilich nicht, dass Software an Bedeutung verliert. Vielmehr hob das Unternehmen bei der Vorstellung der Geräte vor allem die in ihnen steckende Software wie „Google Assistant“ vor.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Google Assistant soll seinen Nutzern Fragen beantworten und viele andere Dinge für sie erledigen können, ähnlich wie es auch Siri von Apple oder Cortana von Microsoft tut. Google sieht sich dabei allerdings wegen seines Datenschatzes im Vorteil, den das Unternehmen mit seinen verschiedenen Diensten angesammelt hat.

          Beim Google Assistant setzt der Konzern künstliche Intelligenz ein, und Vorstandsvorsitzender Sundar Pichai machte in San Francisco die Bedeutung dieses Gebiets klar. Die Computerbranche befinde sich in einem „wegweisenden Moment“. Während sich derzeit alles um mobile Plattformen wie Smartphones drehe, werde künftig künstliche Intelligenz erste Priorität haben. Das Unternehmen wolle künftig für jeden Nutzer ein „individuelles Google“ bauen.

          Die neuen Smartphones mit dem Namen „Pixel“ sollen ein Beispiel dafür sein. Es sind die ersten Smartphones, die mit dem Google Assistant ausgestattet sind. Es sind auch die ersten Handys, bei denen Google sowohl Hardware als auch Software selbst entwickelt hat.

          Startpreis bei 759 Euro

          Die „Pixel“-Smartphones wird es, ähnlich wie das gegenwärtige Apple-Flaggschiffmodell iPhone 7, in zwei Größen geben. Google positioniert sie auch preislich auf einer Höhe mit Apple. Der Startpreis soll in Deutschland bei 759 Euro liegen, genauso wie beim iPhone. Google arbeitet beim Pixel exklusiv mit der Deutschen Telekom zusammen, das Gerät kann ab sofort vorbestellt werden.

          In San Francisco gab es auch „Google Home“ zu sehen, die Antwort des Konzerns auf den Amazon Echo. Es ist ein selbständiges Assistenzsystem, das ebenfalls mit „Google Assistant“ arbeitet. Google hat das Gerät schon einmal im Mai auf einer Konferenz gezeigt, diesmal gab es aber mehr Details und eine ausführliche Demonstration.

          Google Home erinnert optisch etwas an eine Blumenvase, das Unternehmen selbst sagt, es habe sich von verschiedenen Dingen im Haushalt wie Weingläsern und Kerzen inspirieren lassen. Das Gerät kann Musik abspielen, diverse Fragen beantworten und soll außerdem zu einer Art Schaltzentrale im „Smart Home“ werden, also dem vernetzten Haushalt, in dem viele Dinge wie Lichtschalter oder Heizungsthermostate mit dem Internet verbunden sind. Google hat dazu Allianzen mit Herstellern solcher Produkte geschlossen, darunter dem holländischen Philips-Konzern oder Nest, die Schwestergesellschaft in der Alphabet-Holding.

          Rückstand auf Amazon

          Mit Google Home läuft das Unternehmen aber erst einmal einem großen Rückstand hinterher. Amazon hat den Echo, der wie ein zylindrischer Lautsprecher aussieht, schon vor rund zwei Jahren herausgebracht, wobei er in Deutschland erst in wenigen Wochen erhältlich sein wird. Das Gerät ist ein Überraschungserfolg geworden. Google versucht nun, Amazon preislich zu unterbieten.

          Google Home soll in Amerika 129 Dollar kosten, der Amazon Echo liegt bei fast 180 Dollar, wobei es auch eine abgespeckte Variante „Echo Dot“ für 50 Dollar gibt. In Amerika soll Google Home im November herauskommen, die Einführung in Deutschland ist für das Frühjahr 2017 geplant.

          Neben den Smartphones und dem Assistenzsystem zeigte Google am Dienstag noch einige andere Neuheiten. Dazu gehört eine Brille, die es in Kombination mit „Pixel“-Handys erlaubt, in virtuelle Welten einzutauchen. Google zeigte auch eine neue Version seines digitalen Fernsehempfängers Chromecast, der mit Inhalten in ultrahoher „4K“-Auflösung arbeiten kann. Außerdem gab es einen neuen Router zu sehen.

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