https://www.faz.net/-gqm-z1u6

Google : Sicherheitslücke bei Android wird geschlossen

  • Aktualisiert am

Android soll wieder sicher werden Bild: REUTERS

Android, die meistverbreitete Smartphone-Plattform, hat eine Sicherheitslücke - ausgerechnet in den Google-Apps für Kalender und Kontakte. Angreifer könnten mit Hilfe unverschlüsselter WLAN-Netze auf Daten zugreifen.

          2 Min.

          Die Sicherheitslücke im Smartphone-Betriebssystem Android, die aktuell für Schlagzeilen sorgt, wird von Google geschlossen. Ulmer Forscher hatten darauf aufmerksam gemacht, dass in ungeschützten WLAN-Netzen Angreifer Identifizierungsschlüssel von den Google-Kontakten und -Kalendern eines Nutzer sowie seines Kontos beim Fotodienst Picasa abgreifen können. „Wir sind uns des Themas bewusst, haben es in den jüngsten Android-Versionen für Kalender und Kontakte bereits beheben können und sind dabei, es auch für Picasa zu lösen“, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch auf Anfrage.

          Von der Sicherheitslücke sind die älteren Android-Varianten betroffen, die nach Angaben der Forscher am Institut für Medieninformatik der Universität Ulm derzeit noch 99,7 Prozent aller Android-Geräte ausmachen. Die Forscher hatten in einem bereits vergangene Woche veröffentlichten Papier angeprangert, dass die drei Android-Apps ihre sogenannten ID-Token unverschlüsselt senden. Ist auch die Verbindung zu einem WLAN-Netzwerk ungeschützt, habe ein Angreifer damit leichtes Spiel.
          Sicherheitsexperten warnen allerdings generell immer wieder davor, Daten in offenen WLAN-Netzen zu versenden. Das gilt nicht nur für Smartphones, sondern auch für herkömmliche Personal Computer. Zugleich ist die unverschlüsselte Verbindung zu Webdiensten ein bekanntes Problem.

          Zugriff auf alle Informationen

          Große Aufregung gab es vor ein paar Monaten, als Sicherheitsexperten demonstrierten, wie leicht etwa Facebook- oder Twitter-Sitzungen gekapert werden können, wenn ein Angreifer die unverschlüsselt gesendeten Verbindungsinformationen abgreift. Die Dienste bieten inzwischen die sichere Verbindung über das Protokoll HTTPS an. Auch die betroffenen Google-Apps greifen in den neueren Android-Versionen 2.3.4. und 3.0 zumindest für die Kalender und Kontakte laut den Ulmer Forschern zu HTTPS.

          Diese neuen Android-Varianten dürften allerdings bisher noch wenig verbreitet sein. Laut Angaben auf einer Android-Entwicklerwebsite von Anfang Mai lief auf fast zwei Dritteln der Geräte noch Android 2.2 und auf einem Viertel noch 2.1, die Vorgänger-Version. Auf Android 3.0 entfielen damals nur 0,3 Prozent. Allerdings lädt Google neue Versionen permanent schrittweise auf die Geräte der Nutzer, zu den aktuellen Anteilen unterschiedlicher Android-Varianten konnte der Firmensprecher keine Angaben machen.

          Die Ulmer Experten probierten den Angriff nur mit den Kontakt- und Kalender-Diensten von Google aus. Theoretisch sei er aber mit allen Google-Diensten möglich, die das Authentifizierungsprotokoll ClientLogin nutzen. Dabei wird ein bis zu zwei Wochen gültiger ID-Schlüssel erteilt, damit eine App auf Daten zugreifen kann. Wird ein solcher Schlüssel über eine ungeschützte Verbindung abgefangen, kann sich ein Angreifer damit bei dem Dienst für den rechtmäßigen Nutzer ausgeben. Er hätte damit vollen Zugriff auf die Informationen oder Picasa-Bilder, da die Token nicht an eine aktuelle Sitzung oder ein bestimmtes Gerät gebunden seien, betonten die Forscher. Auch Android-Apps für Facebook oder Twitter hätten in ihren Tests Informationen unverschlüsselt gesendet.

          Weitere Themen

          Das verborgene Universum

          Kostbarer Boden : Das verborgene Universum

          Boden ist wertvoll, nicht nur als Bauland. Unter unseren Füßen tut sich eine ganz eigene Welt auf, die das Leben über der Erde erst möglich macht.

          Topmeldungen

          Ringen um Abschlusspapier : Scheitert die Klimakonferenz?

          Es geht um die Absichtserklärung für mehr Klimaschutz: Die fast 200 Staaten können sich nicht einigen. Die Verhandlungen, die Freitag enden sollten, gehen in die zweite Nacht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.