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Google-Chef Eric Schmidt : Der Microsoft-Gegner vom Dienst

Schrieb mit Google Internetgeschichte: Eric Schmidt Bild: AFP

Google arbeitet an einem Betriebssystem für Computer. Die vermeintliche Software-Monopolstellung von Microsoft ist Eric Schmidt schon lange ein Dorn im Auge. Dass Google selbst ein Such- und Online-Anzeigen-Monopolist sei, will er nicht gelten lassen.

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          Als Eric Schmidt im Jahr 2001 das Angebot bekam und akzeptiert hat, Vorstandsvorsitzender von Google zu werden, hat er die aufregendste Stelle angetreten, die in der Informationstechnologie zu jener Zeit zu vergeben war. Seither hat Schmidt mit Google und seinen Mitbegründern die Welt verändert. Und er hat nicht vor, an dem Tempo dieser Veränderung etwas zu ändern, vor allem dann nicht, wenn es darum geht, Microsoft zu ärgern.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Vor Schmidts Berufung hatte der Google-Verwaltungsrat ein Jahr lang Druck auf die beiden jungen Unternehmensgründer Sergey Brin und Larry Page ausgeübt, sich endlich einen erfahrenen Manager, einen „Erwachsenen“ an die Spitze des Unternehmens zu holen. Sie willigten ein und holten Schmidt, der bis dahin Chef des Softwarehauses Novell gewesen war und sich bei seinem vorherigen Arbeitgeber Sun Microsystems den Ruf eines Pioniers des Internet erarbeitet hatte.

          Google hat Schmidt Prominenz verliehen

          Schmidt schien perfekt zu Google zu passen, zu einer Kultur, in der hochintelligente Akademiker das Sagen haben. Denn mit seinen oftmals promovierten Mitstreitern bei Google kann Schmidt locker mithalten: Der inzwischen 54 Jahre alte Manager hat Elektrotechnik an der Princeton University und der University of California studiert, wo er auch in Informatik promoviert wurde. Anders als viele seiner ersten Google-Kollegen verfügte Schmidt aber schon zu seinem Eintritt in das Unternehmen über eine ordentliche Portion Berufserfahrung. Er war Mitglied des Forschungsstabs beim Computer Science Lab im Xerox Palo Alto Research Center, bekleidete Positionen bei den Bell Laboratories und bei Zilog – und wurde zur treibenden Kraft bei der Entwicklung der neuen, plattformunabhängigen Programmiersprache Java von Sun. Seine endgültige Feuertaufe erlebte er beim lange Zeit angeschlagenen und strategisch nicht mehr richtig aufgestellten Unternehmen Novell.

          Dagegen sollte seine Zeit bei Google trotz aller anfänglichen organisatorischen Unzulänglichkeiten des schnell gewachsenen Konzerns zu einem Kinderspiel werden (in dem er manchmal nur den Streit um die Inneneinrichtung des neuen Boeing 767-Firmenflugzeugs zu schlichten hatte). Und von der er zuvor gewiss nicht zu träumen gewagt hätte. Jedenfalls war er vergleichsweise bescheiden unterwegs, wenn man ihn zum Beispiel in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre im Düsseldorfer Büro von Novell zum morgendlichen Kaffee traf.

          Das Microsoft-Monopol ist Schmidt ein Dorn im Auge

          Heute hingegen ist Schmidt ein allerseits (bis hin zur großen Politik) gefragter Gesprächspartner zu allen wichtigen Themen der (Internet)welt – weshalb eines seiner jüngsten Gespräche viel über ihn und über Google sagt. Wenn man Schmidt in diesen Tagen um seine Meinung fragt, ist die Finanzkrise nämlich beendet. „Wir haben den Boden erreicht“, sagte Schmidt jüngst der britischen Ausgabe der amerikanischen Technologie-Zeitschrift „Wired“. Von nun an gehe es wieder bergauf.

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