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Google : Youtube will an die 30 Millionen deutschen Gamer ran

In Zürich ist der größte Google-Forschungsstandort außerhalb der Vereinigten Staaten. Bild: dpa

Videos hochladen reicht nicht - die Plattform Youtube will viele neue Angebote machen. Live-Übertragungen und Virtual Reality sind Stichworte. So erklärt das ein führender Manager.

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          Das amerikanische Videoportal Youtube will seine führende Marktposition durch zahlreiche neue Angebote absichern und so die stetig wachsende Schar der Wettbewerber möglichst auf Abstand halten. „In den nächsten zwölf Monaten liegt unser Fokus auf Produktinnovationen“, sagte Neal Mohan, der Chief Product Officer von Youtube, in einem Gespräch mit Journalisten in Zürich.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          In der Schweizer Stadt hat Alphabet (Google), die Muttergesellschaft von Youtube, mit mehr als 1800 Mitarbeitern den größten Entwicklungsstandort außerhalb der Vereinigten Staaten. Einige hundert Softwareentwickler und Programmierer arbeiten dort auch für Youtube. Auf dieser Plattform laden Nutzer rund um den Globus jede Minute 400 Stunden Videomaterial hoch in der Hoffnung auf möglichst viele Klicks, sei es über den PC oder das mobile Endgerät.

          Virtual Reality und Gamer

          Auf die Filmkonserven allein will sich Youtube aber nicht mehr verlassen. Um die die Zuschauer öfter und vor allem noch länger bei der Stange zu halten und so höhere Werbeeinnahmen zu generieren, bietet das Unternehmen immer mehr Live-Streams an. Hier ist das Wachstum besonders hoch: Die Zahl der angeschauten Direktübertragungen sei zuletzt Jahr für Jahr um 80 Prozent gestiegen, sagte Mohan.

          Befeuert werde dies durch die 360-Grad-Technologie, die man – kombiniert mit dreidimensionaler Bilddarstellung – schon sehr erfolgreich zum Beispiel während der Live-Übertragung von Konzerten eingesetzt habe. Die Werbekunden seien bereit für diese besonderen Angebote, die für Youtube einen erhöhten Aufwand bedeuten, auch höhere Preise zu bezahlen, denn: Die Aufmerksamkeit der Nutzer sei messbar höher. Dabei wird Werbung dynamisch in die Live-Streams eingebettet.

          Auch von dem Trend zur „Virtual Reality“ (VR) profitiere Youtube. Auf den eigenen Seiten sei der größte Katalog von VR-Inhalten abrufbar, sagte Mohan. Rund um die virtuelle Monsterjagd „Pokémon go“ seien viele Videos auf Youtube zu finden, die das Spiel erklärten oder mit denen man anderen Spielern zuschauen könne.

          Apropos Spiele: Youtube hat auf der Gamescom, der großen Spielemesse in Köln, eine neue Spiele-App vorgestellt, die es den Nutzern noch leichter machen soll, (professionellen) Spielern am eigenen Bildschirm über die Schulter zu gucken und per Live-Chat Fragen zu stellen.

          Auch dieses Angebot, das länderspezifisch rund um den Globus ausgerollt werden soll, zielt vor allem darauf, die Nutzer länger auf der eigenen Seite zu halten. Der Markt ist groß: Allein in Deutschland gebe es mehr als 30 Millionen „Gamer“, sagte Mohan.

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