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Surfen im Internet : Die neue Welt der Cookie-Warnhinweise

Ob als App oder Website - das Internet ist überall: Und für jede Anzeige im Netz sind Cookies willige Helfer. Bild: Reuters

Immer mehr Websites weisen ihre Nutzer auf den Einsatz von Cookies hin. Was soll das? Und vor allem: Was hat das alles mit Google zu tun? In Deutschland gibt es kein Gesetz, das so etwas vorschreibt.

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          Solche oder ähnliche Hinweise findet man beim Surfen im Internet seit einiger Zeit immer häufiger: „Diese Website benutzt Cookies, um Ihre Benutzererfahrung zu verbessern. Außerdem benutzt diese Website Google Analytics. Wir gehen davon aus, dass dies für Sie in Ordnung ist. Sie können außerdem ein Opt-out durchführen.“ Und von Ende September an werden wohl nur noch sehr wenige Websites ohne derartige Texte auskommen. Denn bis dahin fordert der Internetkonzern Google Nutzer von bestimmten Produkten des Hauses dazu auf, den entsprechenden Programmcode mitsamt der dazugehörigen Datenschutzerklärung in den jeweiligen Internetauftritt einzubauen.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Worum geht es? Cookies sind kleine Dateien, die es ermöglichen, auf dem Gerät, mit dem von einem Nutzer auf das Internet zugegriffen wird, spezifische, auf das Gerät bezogene Informationen zu speichern. Sie dienen zum einem der Benutzerfreundlichkeit von Websites, zum Beispiel, wenn es um die Speicherung von Login-Daten geht. Zum anderen helfen sie dabei, statistische Daten der Internetseitennutzung zu erfassen und diese zugleich auch zu analysieren.

          In einigen Ländern der Europäischen Union sind Anbieter von Websites und Apps schon gesetzlich dazu verpflichtet, die Besucher ihrer Produkte darüber zu informieren, wie sie Cookies und andere Formen der lokalen Speicherung verwenden. In vielen Fällen machen diese Gesetze auch das Einholen einer Zustimmung erforderlich. Verpflichtend wird der Hinweis aus der Sicht von Google zum Beispiel dann, wenn eine Website das marktführende Anzeigen-Auslieferungsprogramm „Google Adsense“ nutzt, aber auch, wenn der Anbieter die Zugriffe und die Herkunft der Nutzer mit dem Programm „Google Analytics“ auswertet.

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          Gerade für Deutschland gilt dies zwar eigentlich nicht, da die Bundesregierung die entsprechende EU-Richtlinie gar nicht umgesetzt hat und in dieser Hinsicht auf die Verabschiedung der umfassenden EU-Datenschutzgrundverordnung wartet. Aber Google hat beschlossen, die Hinweise schon jetzt in der gesamten EU zu verlangen. Das Unternehmen hat deshalb in den vergangenen Wochen an alle seine Partner entsprechende E-Mails verschickt: „Wenn Google-Produkte genutzt werden, bei denen diese Richtlinie Anwendung findet, müssen Endnutzern in der Europäischen Union bestimmte Informationen offengelegt und Einwilligungen von ihnen eingeholt werden, sofern das Datenschutzrecht der Europäischen Union diese Offenlegungen und Einwilligungen erfordert“, heißt es dort. Das heißt, dass man „wirtschaftlich vertretbare Maßnahmen ergreifen muss“, damit jegliche Datenerfassung, -weitergabe und -nutzung klar offengelegt wird, die auf Websites, in Apps, E-Mails oder anderen Inhalten infolge der Verwendung von Google-Produkten erfolgt. Dafür muss nun also eine entsprechende Einwilligung eingeholt werden.

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