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Digitalkonferenz SXSW : Goodbye, Google Glass! Hello, Apple Watch!

Die Apple Watch bei der Vorstellung. Bild: Reuters

Technik will zum Modeartikel werden: Wie groß sind die Chancen von „Wearables“? Sicher ist: Die Verbraucher haben noch nicht angebissen.

          2 Min.

          Noch im vergangenen Jahr schien die Computerbrille Google Glass auf der South by Southwest allgegenwärtig zu sein. Diesmal ist das kontroverse Gerät fast gar nicht mehr zu sehen. Google hat vor wenigen Wochen den Verkauf der Brille an Endverbraucher vorerst eingestellt. Aber am Körper tragbare elektronische Geräte („Wearables“), wozu Brillen ebenso gehören wie Uhren, bleiben dennoch auf der Tagesordnung in Austin. Umso mehr, weil der Elektronikgigant Apple erst in der vergangenen Woche neue Details über seine Computeruhr verraten hat, die im April auf den Markt kommen soll.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Auf dem Festival wurde Ursachenforschung betrieben, warum die Google-Brille in ihrer bisherigen Version kein Erfolg war. Google sei bei der Brille zu technologieverliebt gewesen und habe dabei die Frage vernachlässigt, was der Verbraucher von dem Gerät habe, sagte zum Beispiel Christina Mercando, selbst eine Wearable-Unternehmerin, die an das Internet angebundene Schmuckstücke wie Ringe verkauft. Mercando hält es auch für einen Fehler, dass Google keine verschiedenen Versionen der Brille für Männer und Frauen angeboten hat.

          Wearables brauchen „unsichtbare“ Technik

          Nach Einschätzung von David Austin, der viele Jahre für Apple gearbeitet hat und jetzt bei einem Auftragshersteller für elektronische Geräte beschäftigt ist, ist es bei Wearables sogar besonders wichtig, die Technik „unsichtbar“ zu machen, da sie weitaus mehr als etwa ein Smartphone auch ein Modeartikel seien.

          Austin sagte, er habe von Anfang an allergisch auf Google Glass reagiert: „Ich bin keine gewalttätige Person, aber als ich zum ersten Mal jemanden mit der Brille gesehen habe, hätte ich ihm am liebsten eine reingehauen.“

          Keynote : So funktioniert die Apple Watch

          Die Apple Watch ist zwar bislang auch nicht auf einhellige Begeisterung gestoßen, allerdings hat das Unternehmen schon oft bewiesen, bei der Einführung neuer Produkte eine leidenschaftliche Fangemeinde mobilisieren zu können. Das würde dem ganzen Markt einen Schub geben, denn andere Computeruhren haben sich bislang nicht allzu gut verkauft.

          In Austin wurde aber auch die Frage gestellt, ob der Einstieg in den Uhrenmarkt sich mit dem Geschäftsmodell von Apple verträgt. Denn der Konzern kann bei anderen Produkten wie dem iPhone-Handy darauf zählen, dass Kunden die Geräte in recht kurzen Abständen auswechseln, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

          Es muss sich noch zeigen, ob dies bei Uhren genauso funktioniert oder ob Verbraucher die Aussicht stört, dass ihr Gerät schon bald veraltet sein könnte. Die Frage stellt sich besonders bei den hochpreisigen goldenen Versionen der Apple Watch, die nicht unter 11.000 Euro zu haben sind. „Mir kommt es lächerlich vor, so viel Geld für etwas zu bezahlen, das in einem Jahr überholt ist,“ sagte Schmuckunternehmerin Mercando.

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