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Gläserne Freunde : Facebook zeigt Aufenthaltsort seiner Nutzer

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Startschuss für Places: Facebook-Gründer und Unternehmenschef Mark Zuckerberg hält den Gong, Mitarbeiter Ben Gertzfield schlägt zu Bild: AFP

Sag mir, wo du steckst: Facebook weitet sich aus und zeigt seinen Mitgliedern die Aufenthaltsorte der Online-Freunde. Das Unternehmen hat dafür den Lokalisierungsdienst Places gestartet - erst einmal nur in den Vereinigten Staaten.

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          Die Mitglieder des sozialen Netzwerkes können bald sehen, wo sich ihre Online-Freunde aufhalten. „Wenn du bist wie ich und einen Ort findest, den du wirklich magst, dann wirst du deinen Freunden sagen wollen, wo du bist“ schreibt Facebook-Mitarbeiter Michael Sharon im Blog des Unternehmens. „Vielleicht ist es ein neues Restaurant, einen schönen Wanderweg oder eine wunderbare Liveshow.“ Er kündigte damit den Start der neuen Anwendung Places an, für die er als Produktmanager verantwortlich ist.

          Mit Facebook Places kann sich ein Nutzer per Handy seinen aktuellen Aufenthaltsort wie ein Restaurant, ein Konzert oder einen Laden mitteilen.Seit Monaten war ein solcher Dienst von Facebook erwartet worden. Die Lokalisierungsanwendung ist erst einmal nur in den Vereinigten Staaten verfügbar, soll aber nach und nach allen der mehr als 500 Millionen Nutzer des Internet-Netzwerks zugänglich sein. Auch sollen Mitglieder damit feststellen können, welche Veranstaltungen und Angebote in der Umgebung zu finden sind.

          Der aktuelle Aufenthaltsort ist eine der wertvollsten Informationen für Werbung

          Doch mit Politiker und Datenschützern will es sich Facebook bei seinem gläsernen Vorhaben nicht verscherzen, sondern vielmehr Rücksicht nehmen. Das Unternehmen kündigte jedenfalls einen umfassenden Datenschutz für die Nutzer des neuen Lokalisierungsdienstes an - etwa durch die Möglichkeit, die Funktion auszuschalten.

          Der aktuelle Aufenthaltsort ist eine der wertvollsten Informationen, die ein Internet-Nutzer der Werbe-Wirtschaft preisgeben kann. Allein in den Vereinigten Staaten wird der Wert auf einen zweistelligen Milliarden-Betrag geschätzt und hat schon Konkurrenten wie Google und Yelp angelockt. Der Nutzer kann gezielt mit Anzeigen oder Angeboten angesprochen werden. Außerdem gibt eine Auswertung der besuchten Orte Aufschluss über Gewohnheiten und Interessen von Nutzern, auch wenn die Daten anonymisiert verarbeitet werden. Ähnliche Angebote wie Foursquare oder Gowalla hatten zuletzt explosiv Nutzer gewonnen. Facebook mit seiner halben Milliarde Nutzer bringt jedoch einen ganz anderen Schwung in die Entwicklung.

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