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Geo-Location : Foursquare macht das Internet lokal

  • -Aktualisiert am

Foursquare - das nächste große Ding im (lokalen) Internet? Bild: Foursquare

Mobiltelefone mit GPS bringen das Internet auf eine lokale Ebene. Das junge amerikanische Unternehmen Foursquare gilt als Vorreiter der Bewegung. Doch bald werden Facebook, Twitter und Nokia in das Geschäft mit lokalen Informationen einsteigen.

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          Wird Foursquare das nächste große Ding im Internet? Das New Yorker Start-up hat sich an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die gerade Strategen und Entwickler im Internet umtreibt: ortsbezogene Dienste, die Information und Kommunikation mit dem aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers verknüpfen und damit das Internet lokal machen. Zentrale Funktion ist das "Check-in". Damit geben die Nutzer ihren aktuellen Aufenthaltsort an und zeigen ihren Freunden auf Foursquare an, wo sie gerade sind. "Auf Foursquare kann ich meinen Freunden Informationen und Tipps zu den Orten hinterlassen, an denen ich schon gewesen bin. Als ich zum Beispiel in München in die Cocktailbar "Schumann's" ging und eincheckte, poppte die Nachricht eines Freundes auf, der am Abend zuvor dort gewesen ist und mir einen guten Cocktail empfahl. Was wir gar nicht erwartet haben: Mütter checken oft auf Spielplätzen ein, um anderen Müttern zu signalisieren, auch mit ihren Kindern dorthin zu kommen", sagte der Foursquare-Mitgründer Dennis Crowley der F.A.Z.

          Wichtig sei dabei der Schutz der Privatsphäre. "Mit einem Check-in zeige ich, dass ich meinen Standort mitteilen möchte. Dienste wie Google Latitude gehen davon aus, dass der Nutzer seinen Standort permanent mitteilen möchte. Das ist bei den meisten Menschen nicht der Fall. Wenn die Handys noch etwas besser werden und zum Beispiel Anwendungen im Hintergrund laufenlassen können, werden wir hybride Systeme zwischen manuellen Check-ins und ständigen Ortsbestimmungen sehen", sagte Crowley.

          „Check-in“ als Signal an die Freunde

          Seit das Unternehmen seine Idee im März 2009 vorgestellt hat, findet das "Check-in" immer mehr Freunde, auch in Deutschland. "Foursquare hat zwar noch weniger als eine halbe Million Nutzer, aber wir wachsen sehr schnell. Die Zahl neuer Nutzer wächst zwischen 60 und 70 Prozent im Monat; die Nutzung legt um mehr als 100 Prozent im Monat zu", sagte Crowley. Zum Wachstum trägt sicher auch die spielerische Komponente bei: Wer zum Beispiel am häufigsten in einer Kneipe eincheckt, ist der "Mayor", der vom Wirt gerne mal mit Freibier belohnt wird.

          Dennis Crowley, Mitgründer von Foursquare, nimmt es mit Facebook und Twitter auf
          Dennis Crowley, Mitgründer von Foursquare, nimmt es mit Facebook und Twitter auf : Bild: Holger Schmidt / FAZ

          Foursquare ist als eine der ersten Anwendungen ausschließlich für das mobile Internet entwickelt worden. Während sich auf mobilen Geräten bisher stets die gleichen Dienste (und Anbieter) wie im stationären Web durchgesetzt haben, gehört Foursquare zu den Pionieren der neuen Gattung mobiles Internet. Allerdings muss sich das Unternehmen bereits gegen starke Konkurrenz behaupten. Google ist mit seinem Lokal-Dienst Latitude ebenso in diesem neuen Markt unterwegs wie die jungen Firmen Gowalla und Brightkite. Damit nicht genug. Immer mehr Schwergewichte steigen in das lokale Internet ein: "Ich bin sicher, dass auch Facebook eine Check-in-Funktion vorbereitet. Twitter arbeitet an einem Geo-System, dass jeder Tweet wie ein Check-in funktioniert. Die Check-in-Funktion wird Grundbestandteil aller sozialen, ortsbezogenen Dienste", sagte Crowley. Auch der Handy-Hersteller Nokia arbeite an einer Check-in-Funktion. "Künftig werden noch mehr Unternehmen in diesem Markt eintreten", ist sich Crowley sicher.

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