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Gamescom : Nintendo spielt mit der dritten Dimension

  • -Aktualisiert am

Benutzergesteuert: In den Markt für Spielekonsolen kommt Bewegung Bild: dpa

Die Konsole ist in die Jahre gekommen, der Umsatz eingebrochen. Nintendo erhofft sich nun, durch neue 3D-Technik wieder Wachstum zu erzielen. Die Konkurrenz kommt allerdings aus einem neuen Lager.

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          3D ohne Brille – auf diese einfache Losung lässt sich Nintendos neuer Hoffnungsträger zusammenfassen. „Mit unserer mobilen Spielekonsole 3DS werden wir die nächste Wachstumswelle anschieben“, sagte Nintendo Deutschland-Chef Bernd Fakesch dieser Zeitung. Die alte Generation der mobilen Spielekonsole ist zwar vor allem unter Jugendlichen sehr beliebt und mit knapp sieben Millionen Verkäufen bis heute die meistverkaufte Konsole in Deutschland. Doch das Gerät ist in die Jahre gekommen. Der Absatz ist in diesem Jahr eingebrochen. Nun soll 3D Nintendos Wachstum wieder beschleunigen. „Die 3DS ist der Startpunkt eines komplett neuen Lebenszyklus für mobile Spielgeräte. Man kann die bekannten Spiele von der normalen DS anpassen, aber auch ganz neue Spieltypen für 3D kreieren. 3D ohne Brille – davon versprechen wir uns sehr viel. Ich rechne mit einem Katapultstart für die 3DS. Wir werden zusehen müssen, die Nachfrage befriedigen zu können“, sagte Fakesch. Ob das Gerät noch vor Weihnachten in die Läden kommt und wie viel es kosten wird, verrät Nintendo erst auf der Spielemesse in Tokio Ende September.

          Sonys Neuerung blieb aus

          Die Chancen stehen nicht schlecht, denn die direkten Konkurrenten haben nicht viel zu bieten. Die erwartete Ankündigung von Sony, gemeinsam mit Sony-Ericsson eine Kombination aus mobiler Spielekonsole und Handy auf den Markt zu bringen, blieb zur Überraschung vieler Beobachter in Köln aus. Wahrscheinlich wird sich Sony die Präsentation für Ende September aufheben. Allerdings kann sich das Unternehmen mit dem neuen Gerät nicht mehr viel Zeit lassen, denn die aktuelle Playstation Portable von Sony ist schon vergleichsweise alt und verkauft sich nur noch schleppend.

          Nintendo könnte zum Start des neuen Lebenszyklus also ganz allein am Markt sein. „Die Kombination aus einem berührungsempfindlichen Touchscreen und einem 3D-Bildschirm hat sonst niemand“, sagt Fakesch, der sich auch der Unterstützung der Spieleproduzenten sicher ist. „Die Publisher haben zum Start schon viele Spiele für die 3DS fertig. Das war bei der Wii oder der DS anders. Damals mussten Nintendo die eigene Plattform selbst am stärksten antreiben“, sagte Fakesch.

          Spiele-Apps sind die neue Konkurrenz

          Doch Konkurrenz kommt jetzt aus einem ganz anderen Lager. Spiele-Apps für Apples mobile Geräte iPhone und iPad werden immer beliebter und stehen in den Download-Ranglisten meist ganz oben. Doch die Gefahr, dass die Apps auf Dauer den Konsolenanbietern wie Nintendo das Geschäft ruinieren, sieht Fakesch nicht. „Ich glaube nicht, dass die Spiele-Apps für iPad oder iPhone uns das Wasser abgraben werden. Es gibt zwar viele Spiele-Apps, aber die wenigsten Anbieter verdienen damit Geld. Natürlich geht jeder in einen neuen Markt rein, aber das muss sich auch irgendwann einmal rechnen. Es werden sich nur wenige Anbieter durchsetzen. Es gibt einfach zu viele Apps, die der Markt nicht braucht. Ich habe keine Angst vor dem iPhone. Ähnlich sehe ich es auch mit den Social Games wie Farmville auf Facebook. Mir hat noch niemand erklärt, wie das Geschäftsmodell dahinter aussieht“, sagte Fakesch. Damit Nintendos Plan aufgeht, muss das Unternehmen weiterhin Spiele entwickeln, die Menschen zum Kauf der notwendigen Geräte veranlasst, „Solange Nintendo es schafft, einzigartig zu bleiben und gute Familienunterhaltung bietet, mache ich mir keine Sorgen,“ sagte Fakesch.

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