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Für Eltern : Apps, die das Handy kindersicher machen

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Auch im hier gespielten Game „Candy-Crush“ können Kinder über die sogenannten In-App-Käufe viel Geld ausgeben. Bild: dpa

Das Smartphone ist unser Tor zur Welt. Eltern wollen aber nicht, dass ihre Kinder überall hinklicken und dabei unbewusst einkaufen. Es gibt kleine Programme, die helfen. Ein Ratgeber.

          Als es Smartphones noch nicht gab, hatten Eltern andere Sorgen, wenn sie ihren Kindern ein Handy schenkten. Da musste man noch vor dem „Jamba-Spar-Abo“ warnen. Aber man konnte sich für die Schlange im Spiel Snake zum Beispiel keine extra Äpfel oder mehr Leben dazu kaufen. Heute lauern in jedem Spiel In-App-Käufe: Scheitert man zum Beispiel in einem Level, wird einem etwa im Spiel Candy-Crush ein neuer Versuch gewährt – für 89 Cent. Kinder verstehen meist nicht, dass sie dann echtes Geld ausgeben. Außerdem können sie auf alle Internetseiten zugreifen, ohne dass Mama oder Papa das kontrollieren können.

          In den Läden für kleine Programme (Apps) werden bei Android (Play-Store) und bei Apple (iTunes) Apps angeboten, die das Problem der Unkontrollierbarkeit lösen wollen. Die Eltern können über die Programme festlegen, was ihre Kinder mit dem Smartphone tun können und was nicht – Apples iPhone lässt sich sogar ganz einschränken.

          Mit der App „Kid's Place“ (Android, iOS) zum Beispiel lässt sich eine umfangreiche Kindersicherung einrichten. Das geht auch mit den Apps „Kid's Shell“ (Android), „Kidoz“ (Andoid) und „Famigo: Kids’ Educational App“ (Android, iOS). Allerdings sind diese nicht komplett auf die deutsche Sprache ausgerichtet. „Kid's Shell“ zum Beispiel muss von den Eltern auf Englisch bedient werden, die Bedienung von Kidoz ist zwar auf Deutsch, aber die Spiele der App sind auf Englisch.

          Das Videomonster sperrt Filme

          Das Prinzip all dieser „Kindersicherungs-Apps“ ist allerdings gleich: Die Eltern öffnen sie und richten damit auf ihrem Smartphone quasi ein digitales Kinderzimmer ein. In diesem Raum werden dann nur Apps angezeigt, die die Eltern vorher für die Kinder freigegeben haben. Aus diesem Kinderbereich kommt kein Kind über die Zurück-Taste oder ähnliches heraus, nötig ist das Elternpasswort.

          Auch im App-Store kann man auf diese Weise nichts einkaufen. Wenn die Eltern also entscheiden, dass das Kind auch auf ein Spiel mit In-App-Käufen zugreifen darf, kann es dennoch kein Geld ausgeben. Versucht das Kind sich also ein weiteres Leben für ein Spiel zu kaufen, wird diese Aktion von dem Programm abgebrochen.

          Die Apps Famigo und Kidoz bieten mit der Installation auch den Zugriff auf kindgerechte Youtube-Videos an. Möchte man seine eigenen Videolisten erstellen, bietet sich für iOS die App Videomonster an. Hier können die Eltern aus den bestehenden Listen und Videos die auswählen, die das Kind sehen darf, oder eigene Listen hinzufügen. Für eine Autofahrt kann man die Videos auch vorher laden und offline abspeichern. Für Android gibt es eine ähnliche App mit weniger Funktionen namens „Children TV“.

          Für ein kindgerechtes Surfen im Internet bietet sich die App „Frag Finn“ sowohl für Android als auch für iOS an. Zu der gleichnamigen Suchmaschine gibt es mit der App einen ganzen Browser. Mit diesem können laut betriebseigenen Informationen nur Seiten aufgerufen werden, die von Medienpädagogen freigegeben sind – das sind ungefähr 11.000 Internetseiten. Auch die Suchmaschine von „Frag Finn“ greift nur auf diese Seiten zu. Allerdings reicht es nicht, nur diese App zu installieren. Alle anderen Internetbrowser sind immer noch zugänglich. In Kombination mit einer der Kindersicherungs-
          Apps kann zum Beispiel sicher gestellt werden, dass die Kinder nur über diese App surfen können.

          Wer ein iPhone hat, kann aber auch direkt über die Einstellungen festlegen, auf welche Apps zugegriffen werden kann. Unter den allgemeinen Einstellungen gibt es den Punkt „Einschränkungen“. Wird dieser aktiviert, kann der Zugriff auf manche Apps verweigert und für andere eine Altersgrenze eingegeben werden. Für das de- und aktivieren braucht man ein Passwort. Um Kinder vom Einkauf im App-Store abzuhalten, kann man In-App-Käufe und Programme wie iTunes und iBook ebenfalls sperren.

          Die Apps auf einen Blick

          Die Kindersicherungs-Apps sind allesamt kostenlos. Man kann sich „Kid's Place“, „Kidoz“, „Kid's Shell“ und „Famigo: Kid's Educational App“ einfach über den Play-Store oder iTunes herunterladen. Auch der Internetbrowser für Kinder „Frag Finn“ steht kostenlos zur Verfügung. Die App „Videomonster“ hingegen kostet 4,49 Euro. Das Pendant von Android „Children TV“ ist kostenlos.

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