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Tech-Branche : Foto-App Snapchat zehn Milliarden Dollar wert

  • Aktualisiert am

Was hinter diesem Logo steckt wurde nun mit zehn Milliarden Dollar bewertet. Bild: dpa

Zehn Milliarden Dollar soll der Fotodienst Snapchat wert sein. Eine App, die ihr Geld mit verschwindenden Bildern verdient. Doch in der Nacht hat sich noch mehr in der Tech-Welt getan.

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          Die Foto-App Snapchat, bei der Bilder nach dem Ansehen verschwinden, wird von Investoren inzwischen angeblich mit nahezu zehn Milliarden Dollar bewertet. Die bekannte Finanzfirma Kleiner Perkins habe sich auf dieser Basis auf eine Investition von 20 Millionen Dollar geeinigt, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen. Das würde ihr einen Anteil von etwa 0,2 Prozent an Snapchat bringen. Kleiner Perkins gehört zu den prominenten Startup-Finanzierern und hatte unter anderem in Google und Amazon investiert.

          Snapchat hat dem Bericht zufolge inzwischen rund 100 Millionen aktive Nutzer. Mit der App kann man Fotos verschicken, die sich löschen, kurz nachdem sie angesehen wurden. Die App ist vor allem unter jungen Nutzern populär, auch für freizügige Bilder.

          Die aktuelle Finanzierungsrunde bei Snapchat sei noch nicht abgeschlossen, heißt es weiter. Das vom 24 Jahre alten Mitgründer Evan Spiegel geführte Startup wolle in diesem Jahr versuchen, Geld mit Werbung zu verdienen. Snapchat kommentierte die Informationen ausweichend: Bewertung und Kapitalbedarf seien die am wenigsten interessanten Aspekte, erklärte ein Sprecher dem „Wall Street Journal“ und dem Blog „Techcrunch“.

          Square 6 Milliarden wert

          Nach Informationen von „Techcrunch“ will sich Snapchat insgesamt 100 Millionen Dollar besorgen. Bisher bekam das vor rund drei Jahren gegründete Startup etwa 160 Millionen Dollar von Investoren. Im vergangenen Jahr sollen sie Snapchat noch mit rund zwei Milliarden Dollar bewertet haben. Auch Microsoft war in Medienberichten als möglicher Kaufinteressent gehandelt worden.

          Die Firmenbewertung auf Basis eines so kleinen Anteils wie 0,2 Prozent hat zwar eine relativ geringe Aussagekraft. Solche Werte werden aber als Basis für spätere Finanzierungsrunden und Berechnungen für einen eventuellen Börsengang genommen. So lief es auch etwa bei Facebook und Twitter.

          Für weitere Neuigkeiten in der Tech-Branche sorgte die Foto-App Instagram, die 2012 von Facebook gekauft wurde. Von den Entwicklern wurde am Dienstag eine neue App auf den Markt gebracht: Hyperlapse. Mit diesem Programm kann man Zeitraffer-Videos erstellen. Eine spezielle Software soll verwackelte Bilder verhindern. Die normale Video-Funktion in der Instagram-App bleibt aber erhalten.

          Eine weitere Finanzspritze von Investoren gibt es indes auch für den Handy-Bezahldienst Square. Wie der amerikanische Fernsehsender CNBC berichtete, soll die von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey ins Leben gerufene Firma dabei sein, 200 Millionen Dollar einzusammeln. Das Geld komme teilweise von Staatsfonds aus Singapur, heißt es. Die aktuelle Finanzierungsrunde bewertet das Unternehmen mit sechs Milliarden Dollar.

          Square ermöglicht es Kleinfirmen durch ein Kartenlesegerät, das an Smartphones gesteckt wird, Kredit- und EC-Karten-Zahlungen anzunehmen. Die Firma wurde im Jahr 2009 gegründet und hat als Investoren unter anderem die nun bei Snapchat eingestiegenen Wagniskapital-Spezialisten von Kleiner Perkins und den bekannten Silicon-Valley-Finanzierer Sequoia Capital an Bord. Das Geschäft mit mobilen Bezahldiensten boomt - zuletzt hat der amerikanische Versandriese Amazon die Branche geentert.

          Bei Apple gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Gerüchten zufolge soll im kommenden Jahr ein deutlich größeres Modell des iPad auf den Markt kommen. Der Bildschirm soll dann 12,9 Zoll groß sein. Das entspricht dem Bildschirm eines Notebooks. Zuletzt sind die Verkäufe gesunken. So sank der Absatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf knapp 13,3 Millionen Geräte. Apple will die Verkäufe unter anderem mit einem stärkeren Fokus auf Unternehmen wieder ankurbeln und ging dafür eine umfassende Partnerschaft mit IBM ein.

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