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FAZ.NET-Spezial : Ebay-Fieber: Alles rund ums Versteigern

Tipps und Tricks zum Mitsteigern Bild: AP

Eine neue Welle an Auktionen hat die Märkte erfasst. Selbst Ökonomen sind von Versteigerungen bei Ebay begeistert. Doch die meisten Bieter zahlen einen viel zu hohen Preis, Verkäufer könnten noch höhere Gewinne machen. Die besten Tipps zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.

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          Es geht längst nicht nur um Ebay. Auktionen gibt es inzwischen auch für Funklizenzen und für Patente, es arbeitet gar ein ganzer Einkaufssender mit Geboten und Zuschlägen. Selbst den alten Auktionshäusern geht es gut - sie erzielten im vergangenen Jahr Rekorderlöse bei ihren Versteigerungen. Christie's wird Experten zufolge in diesem Monat möglicherweise einen neuen Rekordgewinn bekanntgeben.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mögen bei den klassischen Auktionshäusern auch die gestiegenen Kunstpreise eine wichtige Rolle spielen, so gilt trotzdem: Eine neue Welle an Auktionen hat die Märkte erfasst.

          Größere Konkurrenz

          Auch Ökonomen sind begeistert von den Versteigerungen. "Anders als an Verhandlungen können an Auktionen alle Leute teilnehmen, und alle werden berücksichtigt. Das schafft größere Konkurrenz", sagt der Bonner Ökonom Benny Moldovanu. Und das ist gut für den Versteigerer. Auch neue Computer- und Internettechnik habe zum Erfolg der Auktionen beigetragen, sagt Moldovanu, denn sie brächten noch mehr Leute zusammen: "Heute können alle an einer Auktion teilnehmen, auch wenn sie nicht am selben Ort sind."

          Je länger die Experten sich in den vergangenen Jahren mit Auktionen beschäftigt haben, desto deutlicher hat sich gezeigt: Auktionen machen das Handeln einfacher. Umso komplexer werden die "Waren", die mit ihrer Hilfe verkauft werden: Landezeiten auf Flughäfen zum Beispiel sind ein besonders kompliziertes Gut, weil sie zeitlich aufeinander abgestimmt sein müssen.

          Details sind wichtig

          "Auktionen generieren einen Marktpreis für ein Objekt, auch wenn der Verkäufer nicht weiß, was die Interessenten dafür zahlen wollen", sagt der Kölner Auktions-Experte Axel Ockenfels. "Es kommt allerdings auf die Details der Versteigerung an." Wenn Auktionen richtig angelegt sind, sind sie für Käufer und Verkäufer einfach zu handhaben. Profis haben gegenüber Anfängern nur wenige Vorteile. Ein paar Dinge gibt es allerdings zu beachten. Denn viele Auktionsteilnehmer überlisten sich im Eifer des Gefechts selbst, wie Untersuchungen gezeigt haben.

          So ist es bei Auktionen besonders wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wer nicht überlegt handelt, für den sind Versteigerungen gefährlich: Auktionsgewinner zahlen oft zu viel. Das zeigt ein beliebtes Auktions-Experiment, mit dem sich ganz leicht Geld verdienen lässt. Vorsicht aber beim Nachmachen: Diese Auktion könnte Freunde verprellen.

          Der Fluch des Gewinnens

          Es funktioniert so: Der Versteigerer füllt ein Glas mit Münzen. Dann präsentiert er das Glas dem Publikum und lässt jeden Gast sein Gebot für das Glas auf einen Zettel schreiben. Diese Zettel sammelt der Versteigerer ein. Schließlich verkauft er das Glas an den Meistbietenden. Ökonomen haben dieses Experiment schon Hunderte Male ausprobiert - so gut wie immer geht der Versteigerer mit einem Plus aus der Aktion.

          Die Gebote treffen im Durchschnitt zwar recht genau den tatsächlichen Wert des Glases. Aber es gewinnt ja nicht der Treffsicherste, sondern der Meistbietende. Das ist derjenige, der den Wert der Münzen im Glas am kräftigsten überschätzt hat. "Winner's Curse" nennen Ökonomen dieses Phänomen: den Fluch des Siegers. Bieter sollten ihr Höchstgebot also grundsätzlich recht niedrig ansetzen - sonst ziehen sie den Fluch vielleicht auf sich.

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