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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg : Jungmilliardär auf dem Papier

Mark Zuckerberg Bild: AP

Die populäre Online-Gemeinde Facebook ist zum Aushängeschild der Internet-Unternehmen geworden. Die Branche sehnt den Börsengang des Unternehmens herbei, weil sie sich davon insgesamt einen Schub erhofft. Aber Gründer Mark Zuckerberg hat es nicht eilig.

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          Mark Zuckerberg ist der jüngste Milliardär der Welt. So steht es jedenfalls in der kürzlich veröffentlichten Forbes-Liste der Superreichen. Der 25 Jahre alte Gründer der populären Online-Gemeinde Facebook hat demzufolge ein Vermögen von 4 Milliarden Dollar - Zweitjüngster ist übrigens der 26 Jahre alte Deutsche Albert von Thurn und Taxis mit 2,2 Milliarden Dollar. Allerdings ist Zuckerbergs Vermögen nicht sonderlich liquide: Es gründet sich vor allem auf seinen auf mehr als 25 Prozent geschätzten Anteil an Facebook, und das Unternehmen ist nicht an der Börse. Die Internetszene sehnt den Börsengang des zum Aushängeschild gewordenen Unternehmens herbei, weil sie sich davon einen Schub für die ganze Branche erhofft. Aber Zuckerberg lässt sich Zeit. Insofern ist auch die Bewertung seines Vermögens eine reichlich subjektive Angelegenheit.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          „Wir haben definitiv keine Eile“, sagte der junge Mann kürzlich dem „Wall Street Journal“. Dass damit auch der Zahltag für ihn erst einmal aufgeschoben ist, scheint ihn nicht weiter zu stören. Zuckerberg beschreibt sich selbst als geduldigen Menschen, dem es auch als Teenager nichts ausmachte, wenn er auf etwas warten musste. Im Moment wohnt er in einem schlichten Haus in Palo Alto im Herzen der kalifornischen Technologieregion Silicon Valley, wo Facebook seine Zentrale hat, und geht oft zu Fuß ins Büro. Extravaganzen - wenn er denn davon träumt - hebt er sich für später auf. So haben es auch zwei andere außerordentlich erfolgreiche Internetunternehmer aus dem Silicon Valley gehalten. Sergey Brin und Larry Page bauten zunächst den Internetgiganten Google auf und machten ihn zu einem Börsenschwergewicht. Heute gönnen sie sich den einen oder anderen Luxus, etwa einen opulent ausgestatteten Privatjet oder - im Fall von Brin - ein Ticket für einen Weltraumflug.

          Von den Dimensionen, die Google erreicht, ist Facebook freilich noch weit entfernt. Aber das Wachstum ist rasant. Das Unternehmen weitet seine Gemeinde mit hohem Tempo aus und hat heute mehr als 400 Millionen Nutzer, Anfang 2009 waren es noch 150 Millionen. Es gibt sogar Kennzahlen, bei denen Facebook Google hinter sich lässt: Gerade meldete das Marktforschungsinstitut Hitwise, dass Facebook in der vergangenen Woche erstmals Google als die am meisten besuchte Internetseite in Amerika abgelöst hat. Facebook gelingt es auch immer besser, mit Anzeigenumsätzen aus seiner Popularität Kapital zu schlagen - auch wenn das Unternehmen noch keine ähnliche Goldgrube gefunden hat wie Google mit seiner auf Suchanfragen abgestimmten Werbung. Facebook verkündete im vergangenen September, die Schwelle zu einem positiven Mittelzufluss (Cashflow) überschritten zu haben. Das ist ein Schritt nach vorn, wenngleich das Unternehmen unter dem Strich noch nicht profitabel sein dürfte. Für 2010 hält das Facebook-Management nach dem Zeitungsbericht einen Umsatz von 1,2 bis 2 Milliarden Dollar für erreichbar.

          Zuckerbergs Weg zum Internetwunderkind und Jungmilliardär kommt nicht von ungefähr. Er hat schon von Kindesbeinen an herausragendes Talent an den Tag gelegt. Mit zehn Jahren schrieb er schon Computerprogramme, hatte daneben aber auch einen Hang zu Geisteswissenschaften und lernte gern Latein. Facebook gründete er im Jahr 2004, als er 19 Jahre alt war und an der Eliteuniversität Harvard studierte. Die Seite war zunächst vor allem eine Plattform für Studenten und Teenager. Mittlerweile ist Facebook zum Kommunikationsmittel für die breite Masse geworden.

          Auch in seine Rolle als Jungunternehmer hat sich Zuckerberg offenbar hineingefunden. Vor wenigen Tagen kam eine interne Notiz eines Facebook-Mitarbeiters an die Öffentlichkeit, der unter dem Titel „Working with Zuck“ den Arbeitsalltag beschreibt. Zuckerberg sei ein fordernder und entscheidungsfreudiger Chef, nicht unbedingt jemand, der mit Lob um sich wirft, heißt es darin. „Erwarte nicht notwendigerweise Anerkennung für Deine Rolle im Vorantreiben der Diskussion. Die Belohnung sollte darin liegen, das Produkt richtig hinzubekommen“, schreibt der Mitarbeiter.

          Zuckerberg gibt sich mittlerweile auch äußerlich einen seriöseren Anstrich: Früher war er bekannt dafür, auch bei formelleren Anlässen in der Öffentlichkeit in Jeans, T-Shirt und Adiletten aufzutauchen.Heute sieht man ihn häufiger mit Jackett und Krawatte. Seine Karriere ist offenbar so faszinierend, dass sie zu einem Stoff für Hollywood geworden ist: Der Regisseur David Fincher („Der seltsame Fall des Benjamin Button“) arbeitet gerade an einem Film über die Anfangszeit von Facebook mit dem Namen „The Social Network“. Zuckerberg wird dabei von dem aufstrebenden amerikanischen Jungschauspieler Jesse Eisenberg dargestellt. Auch der Musiker Justin Timberlake hat eine tragende Rolle. Der Film soll im Oktober in die amerikanischen Kinos kommen.

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