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F.A.Z. exklusiv : „Wir haben ein anderes Menschenbild als Linkedin“

Thomas Vollmoeller ist Chef der Xing AG. Bild: Picture-Alliance

Microsoft kauft gerade das soziale Netzwerk Linkedin. Der Chef des deutschen Konkurrenten Xing sagt im Gespräch mit der F.A.Z., was das für ihn bedeutet.

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          Nach dem angekündigten Kauf des beruflichen sozialen Netzwerks Linkedin durch den Software-Konzern Microsoft hat der Vorstandsvorsitzende des deutschen Wettbewerbers Xing die Unterschiede zwischen seinem Unternehmen und Linkedin betont. „Wir haben ein ganz anderes Menschenbild und folglich eine andere Strategie. Wir glauben, dass Menschen ein Netzwerk haben wollen, das unabhängig von ihrem Arbeitgeber ist. Wir glauben an die Kraft des Einzelnen. Der mehr ist, als seine derzeitige Funktion“, sagte Xing-Chef Thomas Vollmoeller der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zudem vertraue Xing auf lokale Relevanz, nicht auf globale Dominanz. Das betreffe auch Themen wie Datensicherheit oder Datenhoheit. „Wir haben einen klaren Fokus auf das Geschäft mit Endkunden – und das künftig als einziges berufliches Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Und als einziges unabhängiges Netzwerk, bei dem Arbeitgeber nicht reinschauen können“, sagte Vollmoeller.

          Er prognostizierte, dass sich der Kauf des amerikanischen Konkurrenten Linkedin durch Microsoft auf das eigene Unternehmen auswirkt. „Ich erwarte eine Zweiteilung des Marktes.“ Es bleibe dennoch abzuwarten, was der Zukauf für Xing letztlich bedeute. „Bis auf weiteres ist der Wettbewerber erst mal mit sich selbst beschäftigt. So ist das bei Übernahmen. Und das ist natürlich gut für uns. Zusätzlich wird der Fokus von Microsoft allem Anschein nach klar auf dem Geschäftskunden liegen.“

          Das eröffne Xing neue Chancen. Nachdem Stimmen laut geworden waren, die nach einer Übernahme von Linkedin vor einer Monopolisierung des Marktes warnen, hält sich der Xing-Vorstandsvorsitzende mit konkreten Forderungen an deutsche oder europäische Wettbewerbspolitiker derzeit zurück. „Es ist grundsätzlich immer gut, wenn die Verantwortlichen genau hinschauen, wenn ein globaler Spieler von einem Unternehmen wie Microsoft gekauft wird“, sagte er.

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