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EU-Kommission : Google droht wegen Android eine Milliardenstrafe

  • Aktualisiert am

Googles Betriebssystem Android wird von der EU-Kommission untersucht. Bild: Reuters

Nach der Suchmaschine hat die EU nun auch Googles Betriebssystem Android ins Visier genommen. Am Ende könnten die Verbraucher profitieren.

          2 Min.

          Bereits seit mehreren Tagen wurde spekuliert, nun ist es offiziell: Die EU-Wettbewerbshüter weiten ihr Verfahren gegen Google aus und nehmen nun auch das Betriebssystem Android unter die Lupe. Der Internetriese missbrauche nach vorläufigen Erkenntnissen seine marktbeherrschende Stellung, indem er Herstellern von Android-Geräten und Betreibern von Mobilfunknetzen Beschränkungen auferlege, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit.

          Sie schickte deshalb ein Schreiben mit den Beschwerdepunkten an Google. Die Mittelung ist die erste Stufe in dem Verfahren, an dessen Ende eine milliardenschwere Strafe stehen kann. „Unsere bisherigen Ermittlungen lassen darauf schließen, dass Google durch sein Verhalten den Verbrauchern eine größere Auswahl an mobilen Anwendungen und Dienstleistungen vorenthält, Innovationen anderer Unternehmen bremst und damit gegen die EU-Kartellvorschriften verstößt“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

          Android-Nutzer könnten profitieren

          Konkret untersucht die Kommission, ob Google von den Smartphone- und Tabletherstellern, die das Betriebssystem Android verwenden möchten, verlangt, ausschließlich google-eigene Anwendungen oder Dienste vorzuinstallieren. Außerdem soll Google konkurrierende Versionen von Android und somit den Marktzugang anderer Betriebssysteme verhindert haben. Als dritten Punkt wirft die Kommission Google vor, seine Apps und Dienste so miteinander und mit anderen Programmierschnittstellen verknüpft und so die Entwicklung und den Marktzugang von Konkurrenten behindert zu haben.

          Zwar untersucht die EU-Kommission das Google-Betriebssystem in erster Linie darauf, ob andere Wettbewerber am Zugang zum Markt gehindert werden. Jedoch könnte ein Verfahren auch für die Nutzer von Vorteil sein. Wenn sich die gekoppelten Apps von Google als rechtswidrig herausstellen sollten, könnte das dazu führen, dass auf neuen Smartphones künftig weniger Apps vorinstalliert sind – und wenn dann nur in einfacher Ausführung.

          Sollte Google in Bezug auf Android tatsächlich gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen haben, droht dem Internetgiganten eine Milliardenstrafe. Bis zu zehn Prozent des Umsatzes könnten als Bußgeld anfallen. In Googles Fall wären das rund 6,5 Milliarden Euro.

          „Android hat zur Entstehung eines breiten und vor allem nachhaltigen wirtschaftlichen Ökosystems geführt, das auf Open-Source-Software und offener Innovation basiert“, sagte Kent Walker, Chef-Jurist von Google, nach der Mitteilung der EU-Kommission. Und weiter: „Wir arbeiten gern weiter mit der Europäischen Kommission zusammen, um deutlich zu machen, dass Android den Wettbewerb fördert und gut für Verbraucher ist." Zudem veröffentlichte Google in einem Blog-Beitrag eine Stellungnahme. Man nehme die Bedenken der Kommission sehr ernst.

          Google hat bereits Ärger mit der Brüsseler Behörde wegen der Platzierung von Werbung in seiner Suchmaschine. In dem seit 2010 laufenden Verfahren beschuldigt die EU-Kommission den amerikanischen Konzern, eigene Angebote zu bevorzugen.

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