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Erwachende Riesen (1) : Vom Lucky-Goldstar-Radio zur breiten Elektronik-Palette

Im Zeichen des roten Punktes: LG in Seoul Bild: AP

Der koreanische Technologiekonzern LGE will in seiner Branche 2010 zu den drei führenden Unternehmen der Welt gehören und forciert das Mobilfunkgeschäft.

          Die LG Electronics Inc. (LGE) setzt zum großen Sprung nach vorn an. Der koreanische Technologiekonzern will in seiner Branche 2010 zu den drei führenden Unternehmen der Welt gehören. Dafür hat er seine Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen mehr als verdoppelt, die Produktionskapazitäten erweitert, die Kapitalstrukturen umgebaut und den internationalen Markenauftritt deutlich forciert. So hat sich LGE bereits zu einer schlagkräftigen Marke entwickelt, die mit Firmen wie der japanischen Sharp oder der deutschen Siemens AG mithalten kann.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings steht mit der Samsung-Gruppe einer der schärfsten Wettbewerber im eigenen Land. Das hält LG Electronics jedoch nicht davon ab, in einem der zentralen Geschäftsfelder seines umsatz- und ertragsmäßig größeren koreanischen Konkurrenten massiv zu investieren: dem Mobilfunk. Hier will der Konzern seiner mittelfristigen Planung zufolge bereits in zwei Jahren zu den drei größten Herstellern der Welt gehören. Momentan kämpft er mit der wiedererstarkten Sony-Ericsson um Platz fünf. Doch gehörte LGE im ersten Halbjahr dieses Jahres schon zu den weltweit am schnellsten wachsenden Produzenten von Mobiltelefonen. Im dritten Quartal legte er dann noch einmal zu.

          Hochpreisige Produkte im Blick

          Dabei setzen die Koreaner vor allem auf hochpreisige Produkte der neuesten Mobilfunkgeneration G 3. Die auch als UMTS-Geräte bekannten LGE-Handies haben einen Durchschnittspreis von 140 Euro. Millionen von Kunden sind bereit, das zu bezahlen, können die LGE-Geräte doch mittlerweile mehr, als Sprache oder Bilder zu senden. Dank der komplexen Chip-, Bild- und Speichertechnik dienen sie auch als Fotoapparat und Musikabspielgerät. Um in diesem Bereich ganz vorn mitzuspielen, investierte LGE seit Mitte der neunziger Jahre Milliarden von Euro. So schließt es nun zu den Marktführern Nokia, Samsung und Motorola auf. Das zeigt sich in den jüngsten Ergebnissen.

          Im Konzern hat die Handy-Sparte im bisherigen Jahresverlauf ein Drittel der Erlöse erwirtschaftet. Mit der Einführung von UMTS-Mobiltelefonen in Europa soll dieser Posten ausgebaut werden. Dafür wurde gerade eine Kooperation mit dem europäischen Mobilfunkbetreiber Orange eingegangen. Andere Verbindungen in Europa könnten bald folgen. Davon verspricht sich das LGE-Management einen kräftigen Schub. Für das ablaufende Geschäftsjahr hat es neue Ergebnisrekorde in Aussicht gestellt. 2003 erlöste LGE auf nichtkonsolidierter Basis 20 Billionen Won (14,2 Milliarden Euro), erzielte einen operativen Gewinn von 715 Millionen Euro und ein Nettoresultat von 475 Millionen Euro.

          Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich

          In den bereits bilanzierten ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich verbucht. Während die Sparte Elektrische Geräte aufgrund der global schleppenden Nachfrage gerade einige Dämpfer einstecken mußte, war das Geschäft mit Mobiltelefonen weiter auf der Überholspur. Damit dringt die LG Electronics Handy-Sparte nun in Regionen vor, in denen sie in anderen Geschäftsfeldern bereits ist. LGE ist der weltweit größte Produzent von Mikrowellen und Klimaanlagen; in der Bildschirmtechnik hält es die Hälfte der Anteile an LG-Philips LCD, dem international zweitgrößten Hersteller von Flüssigkristallanzeigen.

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