https://www.faz.net/-gqe-7m2v5

Enttäuschende Zahlen : Twitter-Aktie stürzt ab

  • Aktualisiert am

Erst abgehoben, nun im Sinkflug: Twitter an der New Yorker Börse Bild: REUTERS

Der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang ernüchtert die Anleger: Die Zahl der Nutzer wächst langsamer als erwartet. Von Zahlen wie bei Facebook ist Twitter weit entfernt

          Der Kurznachrichtendienst Twitter kann zur Enttäuschung von Börsianern sein rasantes Wachstumstempo nicht halten. Die Zahl der monatlichen Nutzer kletterte am Jahresende auf lediglich 241 Millionen, wie die Kalifornier am Mittwoch in ihrem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen mitteilte. Im Vergleich zum Vorquartal ist dies ein Plus von nur 3,8 Prozent - so wenig wie noch nie, seit Twitter diese Zahlen veröffentlicht.

          Branchenexperten zufolge wirft dies die Frage auf, ob Twitter jemals ein mit Facebook vergleichbares Massenphänomen werden kann. Die Aktie stürzte deshalb im nachbörslichen Handel um elf Prozent auf 58,50 Dollar ab.

          Nutzer loggen sich nicht mehr so oft ein

          Die von Twitter veröffentlichten Zahlen offenbarten zudem, dass die Nutzer die Seite nicht mehr so häufig besuchen wie zuletzt: Die „Timeline Views“ fielen auf 148 Milliarden von zuvor 159 Milliarden. „Dieser Bericht stellt infrage, wie massentauglich die Plattform Twitter ist“, erklärte Arvind Bhatia von Sterne, Agee & Leech.

          Twitter stand ohnehin unter Erklärungsdruck, weil noch immer etwas unklar ist, wie die Internetseite langfristig Geld verdienen will. Twitter setzt wie Facebook vor allem auf Werbung, kann aber viele Kunden nicht dazu bewegen, sich täglich einzuloggen. Immerhin steigerte der Dienst mit den 140-Zeichen-Meldungen im vierten Quartal seinen Umsatz auf 243 Millionen Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Ein rasanter Anstieg von Investitionen in Vertrieb, Entwicklung und Marketing brockte dem Unternehmen gleichzeitig einen Netto-Verlust von 511 Millionen Dollar ein.

          Twitter-Aktie war Hoffnungsträger

          Twitter hatte erst Anfang November ein spektakuläres Börsendebüt gefeiert. Damals waren die Aktien von einem Ausgabepreis von 26 Dollar um mehr als 70 Prozent in die Höhe geschossen. Vor Bekanntgabe der Ergebnisse kosteten die Papiere an der New Yorker Börse rund 66 Dollar. Investoren rechtfertigten diese Bewertung mit der Hoffnung, dass Twitter irgendwann eine ähnliche Größe wie Facebook mit seiner fünf mal höheren Nutzerzahl erreichen kann. Ende des Jahres führten die Zweifel an der finanziellen Zukunft von Twitter schon einmal dazu, dass die Aktie an einem einzigen Tag 13 Prozent abstürzte.

          Im Gegensatz zu Twitter konnte Facebook die Anleger mit seinen jüngsten Geschäftszahlen begeistern: Im Schlussquartal 2013 nahm das weltgrößte Online-Netzwerk erstmals mehr mit Anzeigen auf mobilen Geräten als auf herkömmlichen Computern ein. Der Konzernumsatz legte überraschend stark um fast zwei Drittel auf 2,6 Milliarden Dollar zu.

          Weitere Themen

          Da wohnen Deutschlands Reiche Video-Seite öffnen

          Ungleiche Verteilung : Da wohnen Deutschlands Reiche

          Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung listet die reichsten und ärmsten Landkreise und Städte in Deutschland auf. Bei den Städten gibt es einen klaren Spitzenreiter. Die Studie zeigt auch, wie ungleich das Einkommen verteilt ist.

          Snapchat wird wieder beliebter Video-Seite öffnen

          Konkurrenz zu Facebook : Snapchat wird wieder beliebter

          Nach einer langen Durststrecke hat Snapchat wieder einen Zuwachs an Nutzern verzeichnet. Der Umsatz verbesserte sich auch dank stark höherer Werbeeinnahmen im Jahresvergleich um 39 Prozent auf rund 320 Millionen Dollar.

          Topmeldungen

          Wenn Grundschulkinder auch nach fast einem Jahr Unterricht noch so schreiben wie sie hören, dann geht den Eltern der Hut hoch. (Illustration)

          Lehrmethoden : Fehler sollen wieder korrigiert werden

          „Lesen durch Schreiben“ ist hoch umstritten. Weil Studien deren Wirksamkeit in Frage stellen, verbieten immer mehr Bundesländer diese Lehrmethode.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.