https://www.faz.net/-gqe-y5v2

Einheitliche Ladegeräte : Handyhersteller entwirren Kabelsalat ab 2010

  • Aktualisiert am

Die Ladegeräte sollen vereinheitlicht werden Bild:

Wer kennt das nicht: Zu jedem Handy gehört ein anderes Kabel und keiner weiß mehr, was wozu passt. Das ändert sich jetzt. Die EU-Kommission hat eine offizielle Vereinbarung führender Mobilfunkfirmen vorgestellt, in der sie sich zur Vereinheitlichung verpflichten. Schon 2010 soll es losgehen.

          Führende Handy-Hersteller haben sich auf einen einheitlichen Standard für Ladegeräte geeinigt. Die erste Generation der neuen Mobiltelefone, die nicht mehr nur mit einem bestimmtem Netzteil aufgeladen werden können, solle schon nächstes Jahr, also von 2010 an, erhältlich sein, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit.

          Damit brauchen Handy-Nutzer nicht jedes Mal ein neues Ladekabel, wenn sie von einem Handy-Hersteller zu einem anderen wechseln. Die Ladegeräte sollen auf der Grundlage eines sogenannten Micro-USB-Steckers vereinheitlicht werden. Folgende Unternehmen haben nach Kommissionsangaben die Vereinbarung unterzeichnet: Apple, LG, Motorola, NEC, Nokia, Qualkomm, Research in Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson und Texas Instruments.

          Bislang unterscheiden sich die meisten Adapter

          Schon heute wird die Micro-USB-Technik von einigen Herstellern genutzt. Beispielsweise hat der Smartphone-Hersteller HTC bereits derartige Ladekabel bei seinen Geräten etabliert.

          Bislang unterscheiden sich allerdings die meisten Handy-Adapter zwischen den Herstellern, manchmal sogar zwischen den einzelnen Modellen. Nach der Einigung könnten die Firmen ihre Telefone in Zukunft ohne Ladegeräte ausliefern, weil ein solches in den Haushalten schon vorhanden wäre. Das könnte den Herstellern dabei helfen, Kosten einzusparen. Die Branche kam in einer ersten Schätzung im Februar dieses Jahres zu dem Ergebnis, dass durch die Vereinheitlichung die Zahl der produzierten Ladegeräte halbiert werden könnte. Zudem werden so Abfälle reduziert.

          Verheugen: „Ich freue mich sehr“

          Dass die meisten Ladegeräte und Mobiltelefone nicht zusammen funktionieren, sei ein großer Nachteil für die Benutzer und führe zu überflüssigem Müll, sagte EU-Industriekommissar Günter Verheugen nach Kommissionsangaben. „Ich freue mich sehr, dass die Industrie eine Einigung erzielt hat, die den Verbrauchern das Leben sehr viel leichter machen wird“, sagte Verheugen. Er sei sehr froh, dass die Industrie eine eigene Lösung gefunden habe und keine gesetzliche Regelung der EU mehr nötig sei.

          Die EU-Kommission hatte den Handy-Herstellern bereits vor Monaten mit einer Regulierung gedroht, sollte kein einheitlicher Netzteil-Standard geschaffen werden (siehe dazu auch: Verheugen will einheitliche Ladegeräte für Handys).

          Weitere Themen

          Indien verbietet E-Zigaretten Video-Seite öffnen

          Todesfälle durch Vaping : Indien verbietet E-Zigaretten

          In letzter Zeit kam es aber vermehrt zu Lungenkrankheiten und sogar Todesfällen, die Ärzte auf das sogenannte Vaping zurückführen. Viele Regierungen stören sich auch daran, dass die Industrie gezielt Jugendliche anspricht.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.