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Ebay : So bleiben die Preise unten

Was unter den Hammer kommt, ist oft viel zu teuer Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Einmal vom Auktionsfieber gepackt, zahlen die meisten Ebay-Bieter oft einen viel zu hohen Preis. Dabei ist es gar nicht so schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren.

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          Das hat wohl jeder erlebt, der schon einmal auf einer Versteigerung aktiv war: Endlich ist man der Höchstbietende, und das auch noch zu einem guten Preis. Aber kurz bevor der Hammer fällt, kommt ein anderer und ist bereit, noch mehr zu zahlen. Es entwickelt sich ein richtiger Kampf - und am Schluss gibt man viel mehr aus, als man eigentlich wollte.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Experten kennen dieses Phänomen sehr gut. Sie nennen es "Auktionsfieber": Die Bieter lassen sich mitreißen, wollen unbedingt gewinnen - und vergessen darüber, dass das Angebot zu so einem hohen Preis überhaupt nicht mehr attraktiv ist.

          Persönliches Höchstgebot

          Dazu kommt: Wer über lange Zeit das höchste Gebot hat, fühlt sich schon wie der Besitzer. Und was einem einmal gehört, das gibt der Mensch ungern wieder her. Deshalb ist es ganz wichtig, sich vorher ein persönliches Höchstgebot zu überlegen.

          Aber während der Auktion halten sich viele doch nicht an dieses Limit. An der amerikanischen Universität Berkeley hat die Ökonomin Ulrike Malmendier das Auktionsfieber untersucht. Sie empfiehlt, sich vor einer Versteigerung gut über die Alternativen zu informieren - und während des Bietens immer wieder bewusst daran zu denken.

          Zum Beispiel bei Ebay: "Wenn die Nachricht kommt, dass man überboten worden ist, dann sollte man das nicht als Aufforderung zum weiteren Bieten verstehen. Sondern dann lieber die anderen Angebote ansehen.

          Auf den letzten Drücker

          Prinzipiell wäre es gegen das Bietfieber auch hilfreich, die einzelne Auktion nur kurz zu begleiten, und zwar ganz am Ende. Viele Ebay-Nutzer machen das auch so: Sie verschicken ihre Gebote erst Sekunden vor Schluss der Auktion, um so einen Bietwettkampf zu vermeiden.

          Doch späte Gebote sind nicht immer vorteilhaft, wie der Kölner Ökonom Axel Ockenfels betont: "Das kann dazu führen, dass ein Gebot zu spät bei Ebay ankommt und dann nicht mehr akzeptiert wird." Früh zu bieten und einen klaren Kopf zu behalten, sei im Prinzip genauso gut.

          Und wer es gar nicht schafft, gegen das Auktionsfieber immun zu bleiben, dem bleibt die "Sofort-kaufen-Option". Die sei zwar gelegentlich teurer als die Auktion, sagen Ökonomen, doch sie spare Zeit - und verhindere, dass man später noch überboten wird.

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