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Digitale Zukunft : Das nächste große Ding im Internet

  • -Aktualisiert am

Das Internet macht Druck auf klassische Medien Bild: ddp

Das Internet lebt. Und damit bleibt für viele Medienunternehmen die Frage, wie sie damit umgehen. Fest steht: Im Netz herrscht wieder Goldgräberstimmung. Die Suche nach der nächsten Superidee hat begonnen.

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          Gründerprofi Alexander Samwer hat eine Vorahnung: "Vielleicht eine Handelsplattform für Fonds". Internet-Guru Esther Dyson weiß schon mehr: "Das nächste große Ding im Internet sind Communities, in denen sich Individuen mit gleichen Interessen vernetzen". Und Marissa Mayer, Chefentwicklerin von Google, sieht die "Internetsuche per Spracherkennung am Telefon" als die nächste große Idee im Netz an, nach der die wiedererstarkte Internetbranche auf dem von Hubert Burda veranstalteten zweiten "Digital Lifestyle Day" in München fieberhaft suchte.

          Zehn Jahre, nachdem Pierre Omidyar Ebay erfunden hat, setzen die Gründer wieder auf die Netzeffekte einer großen Gemeinschaft. "Im Internet wird eine Architektur der Interaktion gebaut. Unternehmen wie OpenBC setzen auf Menschen, die sich der Präsenz ihrer Artgenossen versichern wollen", sagt Andreas Weigend, ehemaliger Forschungschef von Amazon. Diese sozialen Netzwerke verzeichnen rasanten Zulauf. OpenBC, gegründet vom gerade einmal 29 Jahre alten Deutschen Lars Hinrichs, hat ein Netzwerk zwischen einer Million Manager geknüpft.

          Zielgruppe: Jugendliche

          Die meisten dieser Community-Angebote haben Jugendliche als Zielgruppe. "Cyworld erreicht in Südkorea 90 Prozent aller Jugendlichen", sagt Rick Kim, der das internationale Geschäft für Cyworld leitet. Dort können sich die Nutzer Wohnungen virtuell einrichten. Auch Schwedens Jugend trifft sich im Internet: "85 Prozent der Schweden zwischen 18 und 24 Jahre nutzen Lunarstorm.se", sagt Berater Ola Ahlvarsson.

          Auch deutsche Start-ups sind im Web 2.0 aktiv. Felix Petersen und Stefan Kellner haben ihre Internetseite Plazes.com vor einem Jahr gestartet, die zu den "Metromedien" gehört. Dort beschreiben die Menschen die Orte, an denen sie sich gerade befinden, und was sie dort tun. Eine Software setzt die "Plazes" dann zusammen, damit sich Menschen mit gleichen Interessen leicht finden können. "Graswurzel-Lokalisierungstool" nennt Petersen die Idee, die später einmal lokal zugeschnittene Online-Werbung anziehen soll. "Gut 19.000 Plazes sind schon in unserer Datenbank. Jeden Monat wächst die Zahl um 20 Prozent", sagt Petersen. Das Unternehmen ist in 120 Ländern vertreten; besonders gut kommt die Idee in den Vereinigten Staaten an.

          Popularität zu Umsatz und Gewinn

          Anders als während der ersten Web-Welle vor sechs Jahren läßt sich diese Popularität im zweiten Anlauf in Umsatz und vor allem Gewinn umwandeln: Dank moderner Breitbandverbindungen boomt die Online-Werbung ebenso wie der Verkauf digitaler Inhalte wie Musik oder Spiele über das Netz. In den Vereinigten Staaten wurden im vergangenen Jahr mehr als 15 Milliarden Dollar Umsatz allein mit Online-Werbung erzielt. 85 Prozent Reichweite in einer wichtigen Zielgruppe - das überzeugt auch die Vertreter der "Old Economy".

          Medienmogul Rupert Murdoch hat für 580 Millionen Dollar das Internet-Unternehmen Myspace.com übernommen. In Amerika ist Myspace mit knapp 50 Millionen Mitgliedern längst Kult und wird in einem Atemzug mit Ebay, Google und Amazon genannt. "In fünf Jahren ist Myspace mehr wert als Bertelsmann", prophezeit Oliver Samwer, der sich zusammen mit seinen Brüdern Marc und Alexander nach dem Verkauf des Auktionshauses Alando an Ebay und des Klingeltonanbieters Jamba an Verisign abermals mit auf die Suche nach der ultimativen Geschäftsidee gemacht hat.

          Traditionelle Medien zu digitalen Medien

          Neben den Communities treiben die selbsterstellten Inhalte der Nutzer die Phantasie im Web 2.0 an. Viele Millionen Menschen schreiben inzwischen Online-Tagebücher (Blogs), produzieren Audiodateien (Podcasts) oder Filme (Video-Podcasts). Obwohl beim "Digital Life-style Day" keine tragfähigen Geschäftsmodelle für deren Vermarktung zu sehen waren, zeigten sich doch alle einig, daß die neuen Inhalte - in Verbindung mit Breitbandverbindungen - die Geschäftsmodelle vieler klassischer Medienunternehmen beeinflussen werden.

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