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Die wichtigsten Fragen : Was bedeutet der Telekom-Streik für die Kunden?

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Streik bei der Telekom - wie betrifft das die Verbraucher? Bild: AP

Am Freitag hat der Streik bei der Telekom begonnen. Rund 10.000 Beschäftigte traten in den Ausstand. Die Telekom schließt nicht aus, dass der Arbeitskampf viele Wochen dauern wird. Doch wie bekommen die Verbraucher den Streik zu spüren? Zehn Fragen - zehn Antworten.

          Am Freitag hat der Streik bei der Deutschen Telekom begonnen. Rund 10 000 Beschäftigte traten in den Ausstand. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen. Die Telekom schließt nicht aus, dass der Arbeitskampf viele Wochen dauern wird. Wir versuchen, die wichtigsten Fragen aus Verbrauchersicht zu beantworten.

          Könnten das Telefonnetz oder das Internet durch den Streik zusammenbrechen?

          Nein. Die Deutsche Telekom ist gesetzlich dazu verpflichtet, den geordneten Betrieb aufrechtzuerhalten. An diesen Versorgungsauftrag ist auch die Gewerkschaft gebunden.

          Und das Handy?

          Die Mobilfunksparte ist vom Arbeitskampf nicht betroffen.

          Wer streikt überhaupt?

          Der Arbeitskampf betrifft die Festnetzsparte, und dort wiederum die drei Bereiche Call-Center, Technische Infrastruktur (TI) und Technischer Kundendienst (TK). Nur in diesen Unternehmensteilen mit insgesamt rund 50 000 Beschäftigten wird die Arbeit wegen der Auseinandersetzung um die Auslagerung in neue Konzerngesellschaften mit verschlechterten Konditionen niedergelegt.

          Dürfen auch die Beamten der Telekom streiken?

          Etwa 40 Prozent der Mitarbeiter in den drei Sparten sind von der früheren Bundespost übernommene Staatsdiener. Nach Auffassung des Unternehmens unterliegen sie dem Beamtenrecht und folglich dem Streikverbot. So sieht das bisher auch die Gewerkschaft, die allerdings untersuchen lässt, ob das Streikverbot tatsächlich noch für alle ehemaligen Staatsdiener gilt. Mehrere tausend Beamte in den betroffenen Sparten haben sich mit den Tarifkollegen schon solidarisch erklärt und wollen - bisher außerhalb der Arbeitszeiten - an Veranstaltungen und Protestaktionen teilnehmen.

          Wie hoch ist der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter?

          Offenbar sehr hoch. An der Urabstimmung jedenfalls haben sich nach Gewerkschaftsangaben 22.114 Verdi-Mitglieder beteiligt, also fast die Hälfte der gesamten Belegschaft. Der Organisationsgrad unter den Tarifangestellten liegt nach Verdi-Angaben sogar bei rund drei Viertel. Aus der Telekom - sie müsste es eigentlich genau wissen, weil sie die Gewerkschaftsbeiträge mit dem Gehalt einzieht - wird dieser Anteil auf etwa fünfzig Prozent beziffert. Allerdings sind auch zahlreiche Beamte Verdi-Mitglied. Ein kleiner Teil der Belegschaft ist in der Kommunikationsgewerkschaft DPV organisiert, die sich ebenfalls dem Streikaufruf angeschlossen hat.

          Werden die Tarifangestellten allesamt in den Ausstand gehen?

          Nein. Die Gewerkschaft will den Streik punktuell organisieren, so dass immer nur ein Teil der Mitarbeiter die Beschäftigung niederlegt. Ziel ist es, dabei eine möglichst große Wirkung zu erzielen.

          Was bedeutet das für die Kunden?

          Vor allem längere Wartezeiten. Bei Fragen an ein Call-Center ist noch mehr Geduld gefordert als üblich. Auch der Stördienst wird eventuell nicht besonders zügig erscheinen. Ebenso könnte sich die Auftragsbearbeitung für neue Telefon- oder DSL-Anschlüsse verzögern.

          Drohen jetzt lange Schlangen im T-Punkt?

          Nein. Die T-Punkt-Gesellschaft darf nicht bestreikt werden.

          Können sich Kunden der Telekom-Konkurrenz schadenfroh zurücklehnen?

          Wettbewerber wie Arcor oder Netcologne sind in aller Regel auf die Telekom-Leitung in die Haushalte angewiesen. Kommt es auf dieser letzten Meile zu Störungen, trifft sie der Streik ebenfalls.

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