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Die Herrscher im Netz : Endspiel um das Internet

  • -Aktualisiert am

Werkzeuge der Netzwerker. Bild: dapd

Apple, Google, Facebook und Amazon dringen in die Domänen der Nebenbuhler ein und suchen die Entscheidung um die Herrschaft im Netz. Die Börse wettet auf Amazon und Facebook.

          5 Min.

          Im Durchschnitt halten sich IT-Unternehmen etwa zehn Jahre an der Spitze. Dann kommt eine neue Technik mit neuen Innovatoren und fegt sie weg. Apple, Google, Facebook und Amazon, die aktuellen Gladiatoren des Internet-Zeitalters, sind auf dem besten Weg, diese Regel zu brechen. Alle vier Unternehmen besitzen die Köpfe, die Strategie und/oder das Geld, sich für lange Zeit an der Spitze zu halten. Auf Augenhöhe nebeneinander in seinem Kerngeschäft - mobile Geräte (Apple), Internetsuche (Google), soziales Netzwerk (Facebook) und Handel (Amazon) - unangefochten Weltmeister zu sein, genügt den Gladiatoren aber nicht mehr. Sie gehen aufeinander los, dringen munter in die bisherigen Domänen der Nebenbuhler ein und suchen die Entscheidung für die Herrschaft im Internet. 2012, nach dem Börsengang von Facebook, haben sie vergleichbare Voraussetzungen für die spannendste „strategische Schlacht“ (so Eric Schmidt von Google) zur Verfügung, die das Netz je erlebt hat.

          Die Börse wettet auf Amazon und Facebook als Gewinner - und hat die Rechnung ohne Apple und Google gemacht.

          Die Köpfe

          Die Köpfe an der Spitze könnten unterschiedlicher kaum sein. Ein ehemaliger Wall-Street-Broker, ein Studienabbrecher, ein Controller und ein Softwareingenieur leiten die vier wichtigsten Internetunternehmen der Welt. Was sie eint: Die Gründer stehen (oder standen, bis zum Tod von Steve Jobs) an der Spitze, sorgen für klare Linien und setzen sich gegen kurzfristige Gewinnmaximierungswünsche der Investoren meist durch. Das beste Beispiel dafür ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er ist mit 27 Jahren zwar der jüngste Firmenlenker im Quartett, hat aber die klarste Vision, wohin er mit seinem Unternehmen will, nämlich eine globale Kommunikationsplattform zu bauen. Das wusste er auch schon mit Anfang 20, als er ein Übernahmeangebot von Yahoo über eine Milliarde Dollar gegen den Widerstand seiner Investoren ablehnte. Heute schwanken die Bewertungen von Facebook zwischen 70 und 100 Milliarden Dollar.

          Larry Page: Google ist eine Firma der Softwareingenieure und er als oberster Computerfreak ihr geachteter Anführer
          Larry Page: Google ist eine Firma der Softwareingenieure und er als oberster Computerfreak ihr geachteter Anführer : Bild: REUTERS

          Larry Page ist erst seit wenigen Monaten wieder Vorstandschef von Google. Der 38 Jahre alte Informatiker kam zurück ans Ruder, als Google sich zu verzetteln drohte. Inzwischen ist der Konzern, der Werbung als Ingenieurskunst betreibt, wieder auf Kurs und auch der dringend nötige Eintritt in das Social Web ist geschafft. Als Stratege kann er es mit Zuckerberg aufnehmen, als Charismatikersicher nicht, aber das muss er auch nicht. Google ist eine Firma der Softwareingenieure und Page ist als oberster Computerfreak ihr geachteter Anführer. „Social“, wie Facebook, war, ist und wird Google nie.

          Jeff Bezos ist der Mann, der immer das tut, was er für richtig hält. Der 47 Jahre alte Amazon-Gründer kam von der Wall Street und seine Entscheidungen zeichnen sich dadurch aus, dass ihm die Meinung der ehemaligen Kollegen an der Börse komplett egal ist. Lange Zeit hat er sich damit begnügt, das größte Online-Kaufhaus der Welt zu errichten. Dann kamen das Cloud-Computing, das Geschäft mit digitalen Inhalten (Musik, Bücher) und schließlich der Einstieg in das Hardware-Geschäft hinzu, zum Beispiel das Lesegerät Kindle oder der Tabletcomputer KindleFire.

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