https://www.faz.net/-gqe-pyei

Hardware : Die Festplatte verdrängt den Speicherchip aus dem Mobiltelefon

  • Aktualisiert am

Die in Computern zur Speicherung von Daten eingesetzte Festplatte erobert sich neue Märkte. Auf der CES in Las Vegas gibt es dazu Neuigkeiten zu sehen.

          4 Min.

          Die in Computern zur Speicherung von Daten eingesetzte Festplatte erobert sich neue Märkte. Nach Ansicht von Bill Healy, Senior Vice President von Hitachi Global Storage Technologies (GST), werden Festplatten künftig zur Datenspeicherung in Mobiltelefonen eingesetzt werden, einen Siegeszug in tragbaren Video- und Musikspielern erleben und selbst in Autos wiederzufinden sein. "Die Branche tritt in eine neue, in ihre vierte Ära ein", sagt Healy im Gespräch mit dieser Zeitung.

          Festplatten hielten zuvor Einzug in Großcomputer (Mainframes), Minicomputer, Personalcomputer - und nun in die kleinen und großen Elektronikprodukte für Privatkunden. "Im digitalen Haushalt wird es zehn bis 20 Festplatten geben", sagt Healy voraus. Das Mobiltelefon, das er in diese Zählung mit einschließt, werde mit ihrer Hilfe zum Speichermedium für Videos, Fotos und Musik ebenso wie zum tragbaren Lexikon.

          Der Übergang von der dritten in die vierte Phase des Festplattenmarkts verläuft für die Anbieter allerdings schmerzhaft, und der Markt ist von einem harten Konkurrenzkampf geprägt: Quantum hat sein Geschäft an Maxtor verkauft, Hitachi die Festplattensparte von IBM übernommen. Jüngst hat Western Digital große Teile des Technikzulieferers Read-Rite gekauft. 1985 gab es noch mehr als 80 Festplattenhersteller, inzwischen sind es nur noch sieben. Der Marktführer ist das amerikanische Unternehmen Seagate, Hitachi GST liegt auf Platz zwei.

          Die Marktbereinigung hat allerdings schon dazu geführt, daß die großen Hersteller der Branche erheblich profitabler arbeiten als in der Vergangenheit. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres hat Hitachi GST jeweils einen Umsatz von rund 1 Milliarde Dollar gemacht, das Betriebsergebnis ist im Saldo der drei Perioden leicht positiv. Und jetzt bereiten sich Healy und seine Kollegen vom Wettbewerb darauf vor, die Speichermedien für die stetig steigende Datenflut in privaten Haushalten zu bauen (siehe Graphik). Denn digitale Musik, Bilder, kommerzielle Fernsehfilme und private Videos müssen irgendwo dauerhaft konserviert werden. "Bei dieser Aufgabe hat die Festplatte keine Konkurrenz durch eine andere Technik, etwa durch Speicherchips", ist Healy überzeugt.

          Das ist eine Ansicht, die von den Analysten der Investmentbank J. P. Morgan geteilt wird. Die Markforschungsagentur Trend Focus geht wiederum davon aus, daß schon im vergangenen Jahr rund 17 Millionen Konsumelektronikprodukte mit Festplatten verkauft worden sind. Im Jahr 2006 sollen es aber bereits 55 Millionen sein. Healy nennt für das Jahr 2007 eine Zahl von 70 Millionen und damit eine Zielgröße, die auch schon von der Marktforschungsagentur IDC ausgerechnet worden ist. Bisher macht der Einsatz von Festplatten in den Produkten der Konsumelektronik nur rund 10 Prozent des gesamten Branchenumsatzes aus. Die Hersteller von Personalcomputern sind daher noch die wichtigsten Abnehmer. Doch zeigen sich an dem geringen heutigen Umsatzanteil einerseits und der erwarteten Marktentwicklung andererseits die Wachstumschancen für eine Branche, die sich in der jüngeren Vergangenheit auch wegen des Margendrucks an ein - wenn überhaupt - prozentual einstelliges Umsatzwachstum gewöhnen mußte.

          Weitere Themen

          Geldwäsche-Berichte setzen Deutscher Bank zu Video-Seite öffnen

          „Fincen-Files“ : Geldwäsche-Berichte setzen Deutscher Bank zu

          Die Aktien der Deutschen Bank und anderen Großbanken haben zum Wochenbeginn nach Medienberichten über Datenlecks bei der weltweiten Bekämpfung von Geldwäsche an Wert verloren. Im Zentrum: Die Deutsche Bank.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.