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Der SAP-Chef sagt : „Mein Unfall hat mir soviel Stärke gegeben“

  • Aktualisiert am

Bill McDermott ist seit dem Jahr 2010 Chef von SAP. Bild: dpa

Bill McDermott hat vor zwei Jahren sein linkes Auge verloren. Er verrät, wieso er findet, dass ihn das sogar vorangebracht hat in seinem Leben.

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          Es geschah im Juli vor zwei Jahren: Bill McDermott ging die Treppe im Hause seines Bruders hinunter, in der Hand ein Glas Wasser. Dann stürzte er, fiel, das Glas zersplitterte, ein Splitter bohrte sich in sein linkes Auge. Ärzte konnten das Auge nicht mehr retten, nach neun Stunden Operation stand das fest.

          Ein Einschnitt im Leben des Vorstandsvorsitzenden von Deutschlands bedeutendstem Softwareunternehmen SAP war das gewesen, ein Schicksalsschlag, wie der Volksmund sagt. Und einer, der ihn selbst vorangebracht, wie er nun in einem Gespräch mit dem amerikanischen Finanzsender CNBC ausgeführt hat: „Ich bin ein lebender Beweis dafür, dass Sehen nicht nur das ist, was man sieht. Mein Unfall hat mir soviel Stärke, so viel Entschlossenheit, so viel Leidenschaft gegeben.“

          Er schildert seinen Unfall detailliert, wie das geschah, wie es ihm in den Momenten dabei und danach erging. Und wie der dann mit der dramatischen Folge konfrontiert wurde, künftig nur noch über ein sehendes Auge zu verfügen. „Du musst einen Weg finden, wieder aufzustehen, da heraus zu kommen und damit zurecht zu kommen. Aber du weißt (...), wenn sich ein Glassplitter durch dein Auge bohrt, dann ist es wirklich schwer, das zu retten. Ich verlor den, diesen speziellen Kampf. Aber ich gewann einen größeren.“

          Im Herbst des Jahres 2015, einige Monate nach dem Unfall, kehrte McDermott auf den SAP-Chefsessel zurück. Für das Unternehmen arbeitet der 1961 in New York geborene Manager übrigens schon viele Jahre. Zunächst in den Vereinigten Staaten, wo er ab dem Jahr 2002 die Geschäfte des Unternehmens verantwortete. Sechs Jahre später rückte er in den Konzernvorstand auf. Seit dem Jahr 2010 steht er an der Spitze, zunächst gemeinsam mit Jim Hagemann Snabe und seit dessen Wechsel in den Aufsichtsrat allein. Die Geschäfte entwickeln sich erfolgreich.

          Wie sich die Folgen des Unfalls auf seine Arbeit konkret auswirken? „Ich denke, ich bin der Mutigste unter Druck. Wenn sich alles sehr schnell bewegt für jeden anderen, verlangsamt sich das Feld für mich. Ich sehe das wie in Zeitlupe (...) so, als würde ich an der Situation und dem Chaos der Situation vorbeisehen und wie wir da hindurch gelangen.“

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