https://www.faz.net/-gqm-6zdqb

Vor dem Börsengang : Facebooks Gewinn geht zurück

  • Aktualisiert am

Eine Collagae aus Profilbildern an der Wand eines Facebook-Büros Bild: AFP

Kurz vor dem Börsengang hat Facebook seinen Börsenprospekt aktualisiert. Und manches, was die Geldgeber dort lesen, könnte ihnen sauer aufstoßen. Der Gewinn geht zurück.

          2 Min.

          Facebook kann sein enormes Wachstumstempo nicht halten. Dies zeigt ein Blick ins Innenleben des Internet-Unternehmens, den Investoren kurz vor dem geplanten Börsengang erhaschen können. Am Montag legte das soziale Netzwerk seinen aktualisierten Börsenprospekt vor. Das weltgrößte Online-Netzwerk der Welt hat im abgelaufenen Quartal zwar seinen Umsatz gesteigert, aber weniger verdient.

          Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar (807 Mio Euro). Für jede normale Firma wäre das ein Traumwert. Doch vom Senkrechtstarter Facebook sind Beobachter Besseres gewohnt. Das Plus hatte von 2009 auf 2010 noch bei 154 Prozent gelegen. Von 2010 auf 2011 waren es immerhin noch 88 Prozent mehr.

          Auch beim Gewinn musste Facebook zu Jahresbeginn Abstriche machen. Auf die gewöhnlichen Aktionäre entfielen 137 Millionen Dollar und damit 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Grund für den Rückgang waren unter anderem deutlich gestiegene Marketing- und Entwicklungskosten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte seine Mannschaft aufgestockt, und zwar um 46 Prozent auf gut 3500 Mitarbeiter.

          Das soziale Netzwerk hatte Ende März 901 Millionen aktive Nutzer im Monat. Ende Dezember waren es erst 845 Millionen gewesen. Die Nutzer sind der Schatz von Facebook. Das Unternehmen erwirtschaftet den größten Teil seines Geldes mit Werbung, jedoch werden andere Einnahmequellen wie Onlinespiele immer wichtiger. Sie steuerten zuletzt beinahe ein Fünftel zum Umsatz bei.

          Aktie soll an der Nasdaq gehandelt werden

          Facebook dürfte in wenigen Wochen den größten Börsengang eines Internetunternehmens aller Zeiten hinlegen mit Einnahmen von aktuell 5 Milliarden Dollar. Der gesamte Börsenwert von Facebook - also inklusive der Anteile, die bei den Alteigentümern verbleiben - wird auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt.

          Wie Facebook jetzt enthüllte, soll die Aktie an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden - das ist ein Schlag für die traditionsreiche New York Stock Exchange mit ihren klassischen Parketthandel. Bei dem Börsengang winken nicht nur Gebühren, sondern auch jede Menge Renommee. Das genaue Datum für den Börsengang ist aber weiterhin unklar.

          Um sich interessanter für Anleger zu machen, hatte Facebook erst vor wenigen Wochen die Übernahme des Fotodienstes Instagram für 1 Milliarde Dollar verkündet. Das Börsenprospekt offenbart nun die Details des Kaufs: Demnach fließen 300 Millionen Dollar in bar, der Rest wird in Aktien bezahlt, 23 Millionen an der Zahl. Sollte der Kauf platzen - etwa wegen Bedenken der Wettbewerbshüter - stehen den Instagram-Eignern 200 Millionen Dollar als Trostpflaster zu.

          Weitere Themen

          Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist Video-Seite öffnen

          Greenwashing : Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist

          Grüne Investitionen erobern die Finanzmärkte. Mehr als 300 Milliarden Dollar flossen 2020 in „nachhaltige“ Anlagen und brachen damit den Rekord des Vorjahres. Doch wirklich "grün" zu investieren, ist schwieriger als es klingt.

          Topmeldungen

          In einer Apotheke in Soest wird ein Schnelltest vorgenommen.

          RKI-Zahlen : Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 104

          17.419 Corona-Neuinfektionen und 278 Todesfälle, das sind wieder weniger als vor einer Woche. Entsprechend geht die Sieben-Tage-Inzidenz weiter zurück – auf 103,6. Für Urlaubsrückkehrer und Einreisende gelten ab heute gelockerte Regeln.
          Dem Virus keinen Raum geben: Im Hotel in den Messehallen von Singapur konferiert man vor Trennscheiben.

          Singapur : Das erste coronasichere Hotel

          Als erster Ort der Welt bietet der Stadtstaat Singapur ein coronasicheres Hotel mit Konferenzräumen. Geschäftsleute hinter Glas können Verträge besprechen oder neue Mitarbeiter kennenlernen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.