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Verpatzter Börsengang : Facebooks Banken sollen den Kurssturz beschleunigt haben

  • Aktualisiert am

Facebook-Aktien sind seit einer Woche an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq notiert Bild: dapd

Die Geschehnisse um Facebooks Börsengang werden immer seltsamer: Die Bank Morgan Stanley will offenbar Aktionäre entschädigen - gleichzeitig taucht ein Gerücht auf, die Banken Goldman Sachs und JP Morgan hätten Spekulationen gegen den Aktienkurs erleichtert.

          Zu Facebooks Kurssturz kurz nach dem Börsengang sollen zwei Banken beigetragen haben, die das Unternehmen eigentlich beim Börsengang unterstützen sollten: Goldman Sachs und JP Morgan.

          Die Facebook-Aktie hatte innerhalb der ersten drei Börsentage fast ein Fünftel ihres Wertes verloren, bevor sich der Kurs langsam wieder erholte. In dieser Zeit wurde es für Hedge-Fonds und andere Spekulanten sehr attraktiv, mit so genannten „Leerverkäufen“ auf einen Kursverfall zu wetten. Dazu leihen sich die Spekulanten Aktien und verkaufen sie. Wenn sie die Aktien zurückgeben müssen, kaufen sie sie an der Börse zurück. Falls in der Zwischenzeit der Kurs gefallen ist, kostet der Rückkauf weniger, als der Verkauf eingebracht hat - und die Spekulanten haben an den sinkenden Kursen verdient. In der Zwischenzeit hat der erste Verkauf den Kurs gedrückt.

          Goldman Sachs und JP Morgan sollen nun laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ Facebook-Aktien an Hedge-Fonds verkauft haben. So hätten sie eine Leihgebühr verdient - und gleichzeitig das Angebot an Leih-Aktien ausgeweitet, das eigentlich für die vielen Leerverkäufer kaum ausreichte. So hätten die Banken die Spekulation auf fallende Kurse erleichtert und so geholfen, den Kurs zu drücken.

          Dabei hatten Goldman Sachs und JP Morgan eigentlich den Auftrag, Facebook beim Börsengang zu helfen und die Aktie zu unterstützen. Aktien verkaufen dürfen sie monatelang nicht. Facebooks Haupt-Bank, Morgan Stanley, kaufte Facebook-Aktien für Millionen von Dollar im Versuch, den Kurs nahe des Ausgabepreises von 38 Dollar zu halten.

          Morgan Stanley will Aktionäre entschädigen

          Morgan Stanley wiederum prüft nach dem verpatzten Börsengang des Internetunternehmens Facebook offenbar die Entschädigung einiger Investoren. Wie am Donnerstag aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen verlautete, sollen Privatkunden, die beim Kauf der Aktien zu viel bezahlt haben, eine Kompensation erhalten. Die Preise für ein paar tausend Kaufaufträge der Facebook-Aktie würden angepasst, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Um welche Größenordnung es sich bei den Zahlungen handeln könnte, war zunächst nicht bekannt.

          Der Vorwurf vieler Facebook-Anleger gegen Morgan Stanley lautet, dass die am Börsengang beteiligten Großbanken kurz vor dem Börsengang nur ausgesuchte Kunden darüber informiert haben, dass sie bei Facebook mit einem schwächeren Wachstum rechnen. Einige Großinvestoren, so berichten es amerikanische Medien, stornierten daraufhin ihre Kaufaufträge, während Kleinanleger und weniger gut vernetzte institutionelle Investoren zuschlugen und nun heftige Verluste hinnehmen müssen. Die Aktie, die beim Börsengang vor einer Woche zu 38 Dollar verkauft worden war, war am Freitagmitag nur noch etwas mehr als 33 Dollar wert.

          Der Facebook-Börsengang beschäftigt bereits Gerichte und Politik: Anwälte werfen Facebook, den Alteigentümern und den Banken vor, die Börsenunterlagen schlampig zusammengestellt zu haben. Kanzleien streben gefürchtete Sammelklagen an und fordern Wiedergutmachung im Namen aller Geschädigten. Namentlich werden Morgan Stanley, JPMorgan und Goldman Sachs aufgeführt. Das sind die drei sogenannten „Lead Underwriter“, also die wichtigsten Organisatoren des Börsengangs.

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