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„Trending Topics“ : Facebook tauscht Redakteure gegen Roboter

  • Aktualisiert am

Mehrere Monate nach den Manipulationsvorwürfen ändert Facebook die Art und Weise, seine „Trending Topics“ zu bestücken. Bild: dpa

Die Nachrichten für Facebooks Trending Topics wurden früher von einem kleinen Redaktionsteam bearbeitet - und waren Gegenstand von Manipulationsvorwürfen. Das dürfte nun vorbei sein. Künftig setzt Facebook einen Algorithmus ein.

          Das soziale Netzwerk Facebook verlässt sich künftig für seine Nachrichten-Rubrik „Trending Topics“ stärker auf einen Algorithmus - und weniger auf Personen. Das teilte Facebook auf seiner Website mit. Interessant ist das vor allem, weil Facebook sich vor einigen Monaten gegen Vorwürfe wehren musste, die Auswahl der Trend-Themen sei manipulativ.

          Ehemalige Mitarbeiter des Konzerns hatten anonym berichtet, die Identifikation der wichtigsten Trends sei nicht „neutral“. Vielmehr sei der Nachrichtenstrom unter chaotischen Rahmenbedingungen zulasten von konservativen Politikern und Websites beeinflusst worden. Der zuständige Facebook-Manager Tom Stocky erklärte damals, das Online-Netzwerk habe keine Belege dafür gefunden. Solche Manipulationen seien nach den internen Richtlinien verboten.

          Gleichwohl wirkt der aktuelle Schritt des Sozialen Netzwerks wie eine nachträgliche Antwort auf diese Vorwürfe. Künftig soll nicht länger eine kurze Beschreibung des „Trending Topics“ in der rechten Facebook-Spalte landen. Vielmehr wird dort nur noch stehen, um welches Thema es sich handelt und wie viele Nutzer gerade darüber diskutieren. Die Anmutung erinnert an Twitter. Ausgewählt werden die Trending-Topics von einem Algorithmus.

          Der Nachrichtenseite „Quartz“ zufolge hat Facebook die Redaktionsmannschaft, die bislang als „Trending Team“ gearbeitet hat komplett entlassen. Es handle sich um 15 bis 18 Arbeitnehmer, die nicht bei Facebook direkt angestellt waren, sondern über eine Drittfirma für das Netzwerk arbeiteten. Künftig sollen demnach gar keine Redakteure, sondern nur noch Techniker für „Trending“ zuständig sein. Diese sollen sicherstellen, dass tatsächlich Nachrichten und keine anderen Themen in der Box landen.

          Facebook hat vor zwei Tagen schon einmal mit Neuerungen Schlagzeilen gemacht: Nahezu zwei Jahre nach der mehr als 20 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Whatsapp will Facebook die Dienste enger miteinander verzahnen. Künftig sollen die Telefonnummer des Whatsapp-Nutzers sowie Informationen dazu, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird, an das Soziale Netzwerk weitergegeben werden.

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