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Soziale Netzwerke : Facebook kommt Datenschützern entgegen

  • -Aktualisiert am

Facebook: Auf keiner anderen Internetseite verbringen die Deutschen mehr Zeit Bild: dpa

Kritik an Facebooks „Gefällt mir“-Knopf bleibt: Innenminister Friedrich zeigt sich zufrieden, aber Verbraucherschutzministerin Aigner reicht das nicht.

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          Mit den deutschen Datenschützern und der einen oder anderen Bundesministerin liegt Facebook im Clinch - mit den deutschen Internetnutzern aber nicht. Im Gegenteil: Auf keiner anderen Internetseite verbringen die Deutschen mehr Zeit. Obwohl Facebook nur 22 Millionen aktive Nutzer hat, ist der Anteil an der gesamten Onlinezeit in Deutschland inzwischen auf den Spitzenwert von mehr als 14 Prozent geklettert. Da Facebook diesen Erfolg nicht aufs Spiel setzen will, kommt das soziale Netzwerk der Politik und den Datenschützern in Deutschland jetzt ein Stück entgegen. Facebook hat sich mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich geeinigt, eine „freiwillige“ Selbstverpflichtung zum Datenschutz zu unterzeichnen.

          Im Zentrum der Kritik der Datenschützer steht der „Gefällt mir“-Button, den viele Internetseiten einbauen, um mehr Besucher von Facebook zu bekommen. Klickt ein Facebook-Nutzer auf den Knopf, teilt er damit seinen Freunden auf Facebook mit, dass er eine Seite oder einen Artikel gut findet. Diese persönliche Empfehlung bringt viele Freunde dazu, diese Seite oder diesen Artikel ebenfalls aufzusuchen. Facebook ist auf diese Weise zur zweiten großen Besucherquelle für Internetseiten geworden. Millionen Seiten in aller Welt profitieren davon - ebenso wie Facebook selbst. Der „Gefällt mir“-Knopf hat allerdings einige Nebenwirkungen für die Besucher. Wer auf Facebook Mitglied ist oder auch nur einmal die Seite Facebook.com besucht hat, bekommt von Facebook ein kleines Datenpaket (Cookie) auf die Festplatte gespielt, das den Computer beim nächsten Besuch der Facebook-Seite wiedererkennt oder beim Ansehen einer Seite mit dem „Gefällt mir“-Button identifiziert. Der Einsatz der Cookies ist übrigens weit verbreitet und gehört für die Online-Werbewirtschaft zum Standardinstrument, um maßgeschneiderte Werbung ausliefern zu können. Wer keine Cookies akzeptieren will, kann die Speicherung in seinem Browser mit einem Klick verbieten.

          Angeblich keine Rückschlüsse auf den Nutzer möglich

          Für seine deutschen Nutzer hat Facebook eine besondere Datenschutzvariante eingeführt: Die Internet-Adressen der Nutzer, die Seiten mit einem „Gefällt mir“-Button besuchen, werden nach Angaben des Unternehmens im Rechenzentrum so verändert, dass keine Rückschlüsse mehr auf den Nutzer möglich sein sollen, der auf den Knopf gedrückt hat. Dies gilt sowohl für Nicht-Facebooknutzer, die einmal die Seite besucht haben, als auch für angemeldete Facebooknutzer, die eine Seite mit „Gefällt mir“-Button besuchen, aber nicht auf den Knopf klicken. Erst wenn der Nutzer auf den Knopf drückt, wird seine Adresse gespeichert. Diese Sonderregelung für die Nutzer aus Deutschland werde schon seit einigen Monaten angewendet, sagte eine Facebook-Sprecherin.

          Im Zentrum der Kritik der Datenschützer steht der „Gefällt mir”-Button

          Während sich Innenminister Friedrich mit dem Entgegenkommen von Facebook zufrieden zeigte, gehen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner die Zugeständnisse nicht weit genug. Aigner rief in einem Brief, der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, ihre Kabinettskollegen auf, den Facebook-Knopf nicht auf ihren Seiten zu verwenden. „Nach eingehender rechtlicher Prüfung halte ich es für unabdingbar, sicherzustellen, dass der Facebook-Button auf regierungsamtlichen Internetseiten in unserer jeweiligen Verantwortung nicht verwendet wird“, schrieb Aigner an alle Ministerien und das Bundeskanzleramt. Auch auf Fanseiten auf Facebook sollten die Ministerien verzichten.

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