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Sheryl Sandberg : „Mark Zuckerberg ist der Grund, dass ich noch da bin“

  • Aktualisiert am

Sheryl Sandberg Bild: Reuters

Facebook-Managerin Sheryl Sandberg hat vor zwei Jahren ihren Mann verloren. Jetzt erzählt sie in einem Buch, wie es ihr danach erging.

          Zwei Jahre nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes sagt die amerikanische Facebook-Managerin Sheryl Sandberg, ihr Chef Mark Zuckerberg habe ihr in der Trauerzeit das Leben gerettet. Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan seien der Grund dafür, „dass ich noch hier bin“, sagt Sandberg in einem Interview mit der britischen Zeitung „Guardian“.

          Sandbergs Mann, der Unternehmer Dave Goldberg, war vor zwei Jahren gestorben, als er wegen einer Herzerkrankung auf dem Fitness-Laufband stürzte. In den kommenden Tagen erscheint Sandbergs Buch „Option B“. Darin verarbeitet sie gemeinsam mit einem Psychologen den Tod ihres Manns und die Ereignisse danach. Das Buch trägt diesen Titel, weil sie in einem vielbeachteten Facbebook-Eintrag einen Monat nach dem Tod von einem Gespräch mit einem Freund erzählt: „Ich will Dave. Ich will Option A“, habe sie unter Tränen gesagt. Der Freund habe geantwortet: „Option A ist nicht verfügbar. Also lass uns alles aus Option B rausholen.“

          Sandberg arbeitet als Chefin fürs Tagesgeschäft bei Facebook, sie ist praktisch die Nummer Zwei im Unternehmen. „Wenn ich mich überwältigt und einsam gefühlt habe und nur weinen konnte, habe ich Mark in seinen Konferenzraum gezogen, und er saß dort nur mit mir und sagte: ,Wir werden das schaffen. Und wir wollen es mit dir zusammen schafen.' Das hat er immer wieder getan“, sagt Sandberg.

          Anfeindungen wegen neuer Beziehung

          Zehn Monate nach dem Tod ihres Ehemannes ging Sheryl Sandberg eine neue Beziehung mit ihrem alten Bekannten und IT-Milliardär Bobby Kotick ein, der die Videospiele-Schmiede Activision Blizzard leitet. Dafür wurde sie häufig angefeindet. Im Buch erzählt sie, wie ein Facebook-Nutzer sie „Müllhure“ genannt habe. Sandberg sagt nun im Interview: „Ich glaube, ich helfe den Leuten sich zu erinnern, dass neue Beziehungen für die, die sie wollen, ein Teil der Verarbeitung sind. Es ist Option B.“

          Sheryl Sandberg und Dave Goldberg im Sommer 2013.

          Auch zu einigen Freunden habe sie jetzt mehr Distanz. „Ich kenne niemanden, der durch so etwas gegangen hat, der nicht von einigen Freunden enttäuscht war.“

          Sandberg hatte ihrem Mann oft öffentlich dafür gedankt, dass er ihre Karriere erleichtert habe. Vor ihrer Stelle bei Facebook war sie unter anderem Stabschefin im amerikanischen Finanzministerium und hochrangige Google-Managerin. In ihrem früheren Buch „Lean In“ hatte Sandberg Frauen aufgefordert, ihre Karriere in die Hand zu nehmen und sich im Beruf stärker einzubringen. Auch die Wahl des Partners sei dafür entscheidend, schrieb sie.

          Nach dem Tod ihres Mannes korrigierte sie sich und machte sich für alleinerziehende Mütter stark. Deren Probleme habe sie zuvor unterschätzt. Vor wenigen Wochen zog sie über die Gleichstellung von Frauen ein gemischtes Fazit: Bisher habe sich aber an den Verhältnissen wenig geändert, sagte sie – aber das habe nach vier Jahren auch noch niemand erwarten können.

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