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Neue Regeln für Anmeldung geplant : Facebook will noch jünger werden

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(Mehr) Menschen zuerst: Mark Zuckerberg hat neue Pläne Bild: AP

Kinder an die Macht: Facebook plant, die Anmeldung für Kinder unter dreizehn Jahren zu erlauben. Ein spezielles Verfahren soll dabei den Eltern die Kontrolle in dem sozialen Netzwerk übergeben.

          Das Soziale Netzwerk Facebook plant offenbar, sich für Kinder unter dreizehn Jahren zu öffnen. Das berichtet die britische Zeitung „The Guardian“. Das Unternehmen arbeite an einer Software, das Kindern, die jünger als dreizehn Jahre sind, erlaube, sich mit der Erlaubnis ihrer Eltern auf seiner Seite anzumelden.

          Facebook würde sich nach eigenen Angaben an den erst kürzlich in den Vereinigten Staaten aktualisierten  „Children´s Online Privacy Protection Act“ (Coppa) halten. Ein Gesetz, das im Jahr 2000 verabschiedet wurde und Kinder davor schützen soll, datensammelnde Onlinedienste ohne eine ausdrücklich überprüfbare Zustimmung der Eltern zu nutzen.

          Zwei Jahre alte Studie

          „Anwälte, Politiker und Unternehmen diskutieren darüber, wie Eltern ihre Kinder im Internet am besten schützen. Wie jedes verantwortungsbewusste Unternehmen, haben auch wir uns Möglichkeiten überlegt, dieser Aufgabe nachzukommen“, erklärte ein Facebook-Sprecher gegenüber dem „Guardian“. „Allerdings glauben wir, dass Vorgaben, die auf einer zwei Jahre alten Studie beruhen, keine guten Indikatoren für eine zukunftsweisende Arbeit in diesem Bereich sind.“

          Der Gesetzentwurf für die neue Version von Coppa wurde bereits im November 2012 eingereicht, allerdings erst vergangene Woche verabschiedet. Das Gesetz erlaubt Eltern, die Facebook-Konten ihrer Kinder zu überwachen und zu kontrollieren. Eltern müssen dabei zunächst einmal ihre eigene Identität verifizieren, um dann ihre Beziehung zu ihrem Kind nachzuweisen, damit ein Account erstellt werden könne.

          Mütter und Väter hätten dann die Möglichkeit, den Zugang zu bestimmten Inhalten, Personen und Seiten auf Facebook zu erlauben oder zu sperren. Die Benutzerkonten der Kinder hätten darüber hinaus strikte Persönlichkeitseinstellungen, die nur mit der Erlaubnis der Eltern geändert werden könnten.

          Ist dieser Junge bald auch bei Facebook?

          Ein System, dass die Identität der Eltern überprüfe und damit die Daten von Kindern unter dreizehn Jahren schützen würde, muss allerdings von der amerikanischen Federal Trade Commission, die Coppa ins Leben gerufen hat, abgesegnet werden.

          Doch auch, wenn Facebook Kindern unter dreizehn Jahren die Anmeldung auf seiner Seite derzeit noch verwehrt, nutzen bereits viele Kinder das Netzwerk, da eine wirkliche Überprüfung des Alters im Internet ohne offizielle Dokumente noch sehr schwierig ist.

          Zwar versucht das Unternehmen zu junge Nutzer durch ein abgestuftes Screening-Verfahren aus seinem Netzwerk zu entfernen, doch sind von den rund eine Milliarde Menschen, die auf Facebook angemeldet sind, nach Facebook-Schätzungen über fünf Millionen Nutzer zu jung. Laut Facebook sollen nicht wenige dieser Konten mithilfe der eigenen Eltern erstellt worden sein.

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