https://www.faz.net/-gqm-8mmx5

Nach Vietnam-Foto-Skandal : Facebook dreht die Zensur zurück

  • Aktualisiert am

Der Chefredakteur der Zeitung Aftenposten zeigt eine Ausgabe mit dem betroffenen Foto. Bild: dpa

Facebook hat ein Foto aus dem Vietnam-Krieg von der Plattform gelöscht und ist dafür in heftige Kritik geraten. Jetzt will der Konzern seine Regeln ändern.

          Facebook will nachrichtliche Ereignisse künftig weniger harsch zensieren. In einem Blogpost kündigte der Internetkonzern in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit an, Inhalte des öffentlichen Interesses würden künftig häufiger erlaubt – auch wenn sie eigentlich nicht den Facebook-Standards entsprächen.

          Facebook war im September in die Kritik geraten, weil es ein berühmtes Foto aus dem Vietnam-Krieg von der Plattform gelöscht hatte: das Foto von Nick Ut, auf dem Kinder vor einem Napalm-Angriff fliehen. Der Norwegische Autor Tom Egeland hatte es als eines von sieben Bildern beschrieben, die das Bild vom Krieg verändert haben. Aber: Eines der Mädchen hat sich die Kleider vom Leib gerissen und flieht nackt. Und Nacktheit verstößt gegen die Regeln von Facebook.

          Facebook sperrte erst das Bild bei Tom Egeland, dann bei der norwegischen Zeitung Aftenposten und schließlich bei der norwegischen Ministerpräsidentin. Erst nach einem größeren öffentlichen Aufschrei machte Facebook das Foto wieder zugänglich.

          In dem Blogpost zweier Facebook-Manager heißt es nun, es sei schwer, globale Standards festzulegen. „Ob ein Bild Nachrichtenwert hat oder historisch wichtig ist, ist sehr subjektiv. Bilder von Nacktheit oder Gewalt, die in einem Teil der Welt akzeptiert werden, können in einem anderen Teil anstößig oder sogar illegal sein.“

          Künftig werde Facebook mehr Posts zulassen, die „die Menschen nachrichtlich wichtig, bedeutend oder als im öffentlichen Interesse liegend empfinden“.

          Weitere Themen

          Alles auf Wiederaufbau Video-Seite öffnen

          Ölkonzern in Saudi-Arabien : Alles auf Wiederaufbau

          Der Ölkonzern Saudi Aramco will die Produktion in Churais nach den Drohnenangriffen bis Monatsende wieder voll aufnehmen. Rund um die Uhr arbeiten Mitarbeiter am Wiederaufbau.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.