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Spende des Facebook-Gründers : Mark Zuckerbergs Krankheits-Utopie

„Können wir alle Krankheiten zu Lebzeiten unserer Kinder heilen?“ Die Zuckerbergs glauben zumindest daran. Bild: AP

Bis Ende dieses Jahrhunderts sollen alle Krankheiten heilbar sein: Dafür wollen Mark Zuckerberg und seine Frau Milliarden spenden. Reichen dürften die kaum.

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          Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Ehefrau Priscilla Chan haben ein ehrgeiziges Ziel. Bis 2100 sollen alle Krankheiten auf der Welt heilbar sein. Dafür wollen sie in den nächsten zehn Jahren von drei Milliarden Dollar spenden. Eine stolze Summe.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch mit diesen zugesagten Mitteln ist ihr Ziel nicht einmal im Ansatz zu erreichen. Folgt man der üblichen Faustregel der Pharmaindustrie, wonach jeder neue zugelassene Wirkstoff einen Milliardenbetrag Entwicklungskosten verschlingt, reichen sie für vielleicht drei neue Medikamente aus.

          Der deutsche Interessenverband VfA kalkuliert mit 1,0 Milliarden bis 1,6 Milliarden Dollar für jedes Medikament mit neuem Wirkstoff, das die Zulassung erreicht. Er beruft sich dabei auf eine Analyse der Unternehmensberatung CRA International.

          In dem Betrag sind auch jene Kosten enthalten, die all die fehlgeschlagenen Projekte verschlingen – denn  jeder größere Arzneikonzern arbeitet stets an einer Reihe von Wirkstoffen, von denen die Mehrheit dann während der Tests herausfällt. Jene Präparate, die auf den  Markt kommen, müssen das verlorene Geld der anderen Projekte mit hereinholen. Pharmakritiker melden Zweifel an den hohen Summen an. Dass es typischerweise um hunderte Millionen Euro oder Dollar geht, dürfte aber nicht zu bezweifeln sein.

          Klinische Entwicklungsphase besonders teuer

          Der portugiesische Anbieter Bial nannte vor Jahren einmal die Kosten für ein Epilepsiemittel, nämlich mehr als 300 Millionen Euro in 15 Jahren – wobei dieser Betrag die Kosten für gescheiterte andere Projekte nicht enthält. Normalerweise behalten Konzerne die Aufwendungen je konkretes Projekt für sich. Besonders teuer ist die klinische Entwicklungsphase, also jene mit den Tests am Menschen. Wenn die Pharmazeuten und Biologen einen Wirkstoff gefunden haben, der sich in Zellkulturen und Tieren als vielversprechend erwiesen hat, probieren sie ihn in der Regel zunächst an Gesunden aus, in einer noch recht kleinen Gruppe.

          In der darauffolgenden Phase werden die Tests an wenigen Kranken ausprobiert, in der dritten Phase  an vielen Kranken. Vor allem diese letzte Phase verschlingt Geld. Von jenen Substanzen, die in Phase eins getestet werden, schafft es nach Angaben des VfA statistisch eine von neun bis zur Zulassung.

          Die Zuckerbergs können also höchstens darauf setzen, dass sie mit ihrem Vorstoß Anschubfinanzierung bieten – oder dass sie viele andere Ko-Finanziers gewinnen, die  ihrerseits Geld zur Verfügung stellen. Bahnbrechende neue Medikamente braucht es zum Beispiel gegen Aids, Krebs, Diabetes und Alzheimer.

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