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Internet : Facebook führt SMS, Chat und E-Mail zusammen

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Mark Zuckerberg präsentiert Bild: REUTERS

Facebook will für seine 500 Millionen Nutzer noch unentbehrlicher werden: Die neue Kommunikationsplattform des Online-Netzwerks soll E- Mail, Chat und SMS zusammenführen. Das gilt als Kampfansage an Google - und dürfte wieder einmal Datenschützer auf den Plan rufen.

          Elektronische Post, SMS, Chat: Facebook bündelt die Kommunikation seiner Nutzer künftig in einem Postfach und heizt so die Rivalität zu Google weiter an. Nutzer sollen mit ihren Kontakten wie auch Nicht-Mitgliedern über alle Kanäle und Geräte kommunizieren können. Bislang war der Austausch nur innerhalb des Netzwerks möglich. Die überarbeitete Version des Nachrichtensystems werde allen Nutzern schrittweise in den nächsten Monaten zur Verfügung gestellt, teilte das Unternehmen am Montag in San Francisco mit.

          Jeder Nutzer erhält auf Wunsch eine E-Mail-Adresse mit der Endung @facebook.com. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will System nicht als „E-Mail-Killer“ bezeichnen. Das System verzichte beispielsweise auf typische Elemente wie Betreffzeilen, erklärte Chefentwickler Andrew Bosworth: „Wir haben es mehr wie einen Chat gestaltet.“ Ziel sei, dass der Nutzer nicht darüber nachdenken müsse, welche Technologie er benutze.

          Mit dem neuen System verstärkt Facebook seine Bemühungen, sich als Zentrale im Internet zu etablieren - schon heute verbringen die Nutzer dort mehr Zeit als auf jeder anderen Website. Darunter leiden könnten E-Mail-Anbieter - unter anderem auch Google, dessen Dienst Gmail vor allem in den USA sehr beliebt ist. Beim neuen Facebook-Feature werden alle Konversationen mit einer Person an einem Ort zusammengeführt und können dauerhaft archiviert werden. Als Beispiel nannte Bosworth die Nachrichten, die man mit seinem Partner austausche - vom ersten „Nice to meet you“ (Schön Dich zu sehen) bis zur Frage, wer die Kinder vom Fußball-Training abhole. Zur Kapazität des Postfachs äußerte er sich jedoch nicht.

          Das aufwendigste neue Feature

          Nachdem Facebook in der Vergangenheit immer wieder mit Datenschützern aneinandergeriet, dürfte diese Konzentration von Informationen wieder Fragen aufwerfen. Das Netzwerk verspricht jedenfalls, dass die Daten nicht mit Dritten geteilt werden. Neben den Nachrichten wird Facebook laut Facebook-Chef Zuckerberg auf den Nutzer zugeschnittene Werbung einblenden, wie dies auf der Plattform bislang bereits der Fall ist. Der Inhalt der Konversationen werde dafür aber nicht ausgewertet.

          Mit der Integration verschiedener Kommunikationsformen hat das soziale Netzwerk sogleich Erinnerungen an den Dienst Google Wave hervorgerufen. Damit wollte der Internet-Riese die digitale Kommunikation und Kooperation neu erfinden - jedoch ohne Erfolg: Google stellte das ehrgeizige Projekt im Sommer ein. An dem System haben nach Unternehmensangaben 15 Programmierer rund ein Jahr gearbeitet. Die neue Funktion sei das bislang aufwendigste neue Feature, das Facebook je eingeführt habe.

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