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Foto-App : Snapchat lehnte Milliarden-Offerte von Facebook ab

  • Aktualisiert am

Facebook will Snapchat kaufen - und blitzt zum wiederholten Male ab Bild: Finger, Stefan

Es wäre der größte Zukauf der Firmengeschichte. Drei Milliarden Dollar bot Facebook für die Übernahme von Snapchat. Doch der Chef der Foto-App lehnt ab. Mark Zuckerberg dürfte das bekannt vorkommen.

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          Die Foto-App Snapchat hat nach einem Zeitungsbericht zum wiederholten Male ein Übernahmeangebot von Facebook abgelehnt. Das weltgrößte Online-Netzwerk habe 3 Milliarden Dollar und mehr geboten, schrieb das „Wall Street Journal“ am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen. Zuvor hatte das Blatt bereits von einem Angebot über 1 Milliarde Dollar berichtet.

          Der 23-jährige Snapchat-Mitgründer und -Chef Evan Spiegel will demnach vor einem Verkauf oder einer Beteiligung zunächst die Zahl der Nutzer und Nachrichten weiter steigern, um einen noch besseren Preis zu erzielen. Angebote von konkurrierenden Investoren würden Snapchat bereits heute mit 4 Milliarden Dollar bewerten, schrieb das „Wall Street Journal“. Eine offizielle Stellungnahme gab es nicht.

          Über Snapchat lassen sich Fotos und Videos an Freunde schicken. Die Bilder sind allerdings nur wenige Sekunden zu sehen. Der Dienst ist besonders bei Jugendlichen beliebt - und gilt in dieser Altersklasse als Konkurrenz zu Facebook. Das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen hatte jüngst eingeräumt, dass zumindest in den Vereinigten Staaten weniger Teenager täglich vorbeischauen. Bei Snapchat wurden zuletzt 350 Millionen Schnappschüsse pro Tag verschickt, nach 200 Millionen noch im Juni.

          Snapchat wäre der größte Zukauf von Facebook. Bisher war Instagram die teuerste Übernahme. Facebook hatte für die Foto- und Video-App im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Dollar in Barem und eigenen Aktien hingelegt.

          Einer der Snapchat-Investoren, die Finanzfirma Benchmark, war auch bei Instagram an Bord. Sie sei enttäuscht gewesen von der Entscheidung der Gründer, schon bei einer Milliarde Dollar zu verkaufen. Ein weiterer potenzieller Snapchat-Geldgeber sei die chinesische Internet-Firma Tencent, die den Messagingdienst WeChat betreibt, hieß es im „Wall Street Journal“.

          Facebook-Gründer Mark Zuckerberg selbst dürfte sich über den Korb von Snapchat nicht wundern. Schließlich hatte er selbst einst nicht verkauft als der Internet-Riese Yahoo in den Anfangszeiten von Facebook eine Milliarde Dollar geboten hatte. Inzwischen ist Facebook nach dem Börsengang rund 120 Milliarden Dollar wert, etwa drei Mal so viel wie Yahoo.

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