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Rasantes Wachstum : Urteil überschattet Facebooks gute Zahlen

Daumen hoch: Facebook-Daumen und -Schriftzug Bild: AFP

Das soziale Netzwerk soll 500 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Aber die Geschäftszahlen überzeugen.

          Das soziale Netzwerk Facebook hat sein rasantes Wachstum im abgelaufenen Quartal fortgesetzt. Die deutlich besser als erwarteten Quartalszahlen wurden allerdings von einem Urteil in einem Rechtsstreit überschattet. Ein Gericht im texanischen Dallas verurteilte Facebook dazu, dem Videospielespezialisten Zenimax 500 Millionen Dollar Schadenersatz zu bezahlen. Zenimax hatte der Facebook-Tochtergesellschaft Oculus VR vorgeworfen, Technologie gestohlen zu haben.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Geschworenen befanden zwar nicht, dass Oculus Geschäftsgeheimnisse gestohlen hat, verurteilten Facebook wegen Verletzung eines Vertraulichkeitsabkommens aber trotzdem zu Schadenersatz. Mark Zuckerberg, der Vorstandsvorsitzende von Facebook, sagte in dem Fall unlängst selbst vor Gericht aus. Das soziale Netzwerk will gegen das Urteil Berufung einlegen. Oculus stellt eine Computerbrille her, die vor allem für Videospiele genutzt wird und es erlaubt, in virtuelle Welten einzutauchen (Virtual Reality). Facebook hat Oculus im Jahr 2014 für zwei Milliarden Dollar gekauft.

          Die Börse schien sich indessen mehr auf die guten Quartalszahlen zu konzentrieren, denn der Aktienkurs von Facebook legte nachbörslich um mehr als 2 Prozent zu. Seit Jahresbeginn hat die Aktie schon mehr als 15 Prozent an Wert gewonnen. Facebook baute seinen Umsatz im vierten Quartal um 51 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar aus, Analysten hatten im Schnitt mit 8,5 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn hat sich auf 3,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der Gewinn je Aktie von 1,41 Dollar war um 10 Cent höher als erwartet. Zum Ende des Quartals hatte Facebook 1,86 Milliarden Mitglieder in der Welt, die den Dienst mindestens einmal im Monat nutzten. Drei Monate zuvor waren es noch 1,79 Milliarden.

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