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Datenbrillen-Entwickler : Facebook kauft Startup Oculus

Demonstration der „Oculus Rift HD“ in Las Vegas im Januar Bild: AFP

Das soziale Netzwerk holt zum nächsten Schlag aus und zahlt zwei Milliarden Dollar für einen Hersteller von Videobrillen ohne marktreifes Produkt.

          Das soziale Netzwerk Facebook bleibt auf Einkaufstour – diesmal mit einer Akquisition, die viel weiter vom Kerngeschäft entfernt scheint als der unlängst zugekaufte Kurzmitteilungsdienst Whatsapp. Facebook teilte am Dienstag nach Börsenschluss mit, rund zwei Milliarden Dollar für das kalifornische Unternehmen Oculus VR zu bezahlen. Oculus entwickelt Videobrillen, die es ihrem Träger erlauben, in virtuelle Welten einzutauchen. Facebook wagt sich mit dem Zukauf also ins Hardwaregeschäft.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Oculus ist erst im Jahr 2012 gegründet worden und hat noch kein marktreifes Produkt. Das Unternehmen hat seine Brille „Oculus Rift“ schon mehrmals in der Öffentlichkeit vorgestellt; es gibt allerdings noch kein genaues Einführungsdatum für sie. Das Unternehmen kündigte gerade an, von Juli an Prototypen des Geräts an Softwareentwickler abgeben zu wollen.

          Auch Oculus soll unabhängig sein

          Die Brille von Oculus ist bislang vor allem für ihren Einsatz bei Videospielen bekannt. Facebook wies aber in seiner Mitteilung darauf hin, dass auch andere Industrien mittlerweile mit der Technologie experimentieren. Als Beispiele für andere Einsatzgebiete nannte Facebook Kommunikation, Medien, Unterhaltung und das Bildungswesen.

          Der Facebook-Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg nannte Oculus eine „neue Kommunikationsplattform“. Nachdem Facebook seinen Schwerpunkt in den vergangenen Jahren auf die Entwicklung von Anwendungen für mobile Geräte wie Smartphones gelegt habe, wolle das Unternehmen jetzt seine Aufmerksamkeit auf kommende Plattformen richten, sagte Zuckerberg. „Stellt Euch vor, einen Sitz am Spielfeldrand zu haben, in einem Klassenzimmer mit Studenten und Lehrern aus der ganzen Welt zu lernen oder einen Arzt zu konsultieren – allein, indem Ihr bei Euch zuhause eine Brille aufsetzt.“

          An den bisherigen Produktplänen für Oculus solle sich nichts ändern, sagte Zuckerberg. Er hoffe, die Entwicklung der Brille zu beschleunigen. Oculus solle als unabhängige Einheit von Facebook geführt werden. Ein ähnliches Versprechen machte Zuckerberg unlängst bei der Übernahme von Whatsapp.

          Vom Kaufpreis für Oculus will Facebook rund 400 Millionen Dollar in bar bezahlen und den Rest in eigenen Aktien. Für Whatsapp hatte Facebook einen Preis von bis zu 19 Milliarden Dollar vereinbart.

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