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Lieferdienst : Deliveroo bekommt 275 Millionen Dollar von Investoren

Bringt das Essen bis zum Tisch: Deliveroo-Fahrer in Paris. Bild: AFP

Der Wettbewerb im Lieferdienst ist hart. Die Briten von Deliveroo rüsten sich nun mit frischem Kapital gegen die Konkurrenz namens Foodora.

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          Der britische Lieferdienst Deliveroo bekommt in seiner fünften Finanzierungsrunde 275 Millionen Dollar von Investoren. Damit hat das vor drei Jahren gegründete Start-up nun insgesamt 475 Millionen Dollar Fremdkapital erhalten. Analysten zufolge wird das Unternehmen nun mit 1 Milliarde Dollar bewertet. Erst im November hatten DST Global und Greenoaks Capital 100 Millionen Dollar in Deliveroo investiert.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Das russische Investmentunternehmen DST hatte zuvor bereits Groupon, Facebook und Twitter unterstützt. In der abermaligen Finanzierungsrunde für Deliveroo führt es das Investment mit den Risikokapitalgebern Bridgepoint und General Analyst an, auch der bestehende Investor Greenoaks beteiligt sich. Bridgepoint konzentrierte sich in seinen früheren Investments eher auf Mehrheitsbeteiligungen. Wie sich die Anteile auf die Investoren verteilen, teilte Deliveroo nicht mit. „Für uns ist es sehr günstig, Bridgepoint als Investor zu haben, weil sie sich sehr gut im Restaurantgeschäft auskennen“, sagte Ben Rauser, einer der zwei Deutschlandchefs von Deliveroo dieser Zeitung. Bridgepoint hält auch Anteile an der Sandwichkette Pret-a-manger.

          Harter Kampf um Marktanteile

          Für Deliveroo kommt das Investment in einer Zeit, da der Kampf um Marktanteile im Liefergeschäft immer härter wird. Erst in der vergangenen Woche hat das belgische Start-up Take Eat Easy aufgegeben, weil es kein Fremdkapital erhalten hat. In Deutschland steht Deliveroo vor allem mit Foodora im Wettbewerb, das früher der Internetgesellschaft Rocket Internet gehörte und inzwischen an Delivery Hero verkauft wurde. Delivery Hero betreibt auch die Portale Lieferheld und Pizza.de.

          In Deutschland fahren die rund 1000 Deliveroo-Fahrer in sechs Städten Essen von etwas mehr als 1600 Restaurants aus, die keinen eigenen Lieferdienst haben. Rund um die Welt ist der britische Lieferdienst in 84 Städten in zwölf Ländern aktiv. Seit der vergangenen Finanzierungsrunde sei das Geschäft global um 400 Prozent gewachsen, teilt Deliveroo mit. Umsätze nannte das Unternehmen nicht, im vergangenen Jahr soll es 166 Millionen Euro Umsatz gemacht haben. Rauser wollte auf Anfrage auch nicht sagen, wie stark Deliveroo hierzulande wächst. „Das Wachstum ist getrieben durch Expansion und Erweiterung in den Städten“, sagte er. „Es ist überraschend und erstaunlich, wie gut dieses Modell ankommt und was wir da für eine Marktlücke gefunden haben.“ Das Geschäftsmodell funktioniere in jeder Stadt in der Deliveroo aktiv sei.

          Das Geschäft der Online-Lieferdienste ist traditionell sehr kapitalintensiv, weil sie die Fahrer bezahlen und sich um die Technologie hinter ihren Bestell-Apps kümmern. Außerdem sind die Lieferdienste stark abhängig vom Marketing. Nach Angaben der Marktforscher von Nielsen gibt Foodora etwa 1,3 Millionen Euro für Werbung aus, Deliveroo etwas weniger. Allerdings widersprechen beide Unternehmen diesen Angaben. Rauser sagte, er wundere sich, woher solche Zahlen kämen.

          Das abermalige Investment will Deliveroo nun für drei Wachstumsschritte nutzen: Der Lieferdienst will in noch mehr Städte expandieren und mehr Geld in Personalaufbau und Innovationen investieren. In London testet das Unternehmen ein Konzept namens Roobox: Dabei bietet Deliveroo den Restaurants weitere Flächen etwa in mobilen Küchen oder Containern an, um die Kapazität der Restaurants zu steigern.

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