https://www.faz.net/-gqe-7sxqg

Datenschutz : Was ein Katzenbild alles verrät

  • -Aktualisiert am

Wenn Sie von Ihrer Katze einmal ein Bild in das Internet hochgeladen haben, finden Sie das Bild wahrscheinlich auf dieser Karte. Bild: I know where your cat lives.com

Owen Mundy weiß, wo Ihre Katze wohnt. Somit weiß er auch, wo Sie wohnen. Mit einem bemerkenswerten Projekt will der Professor aus Florida darauf aufmerksam machen, wie fahrlässig viele Menschen mit ihren Daten umgehen.

          Mit jedem Bild, das man ins Internet hochlädt, verrät man seinen Standort. Doch vielen Internetnutzern ist das nicht bewusst: Sie laden fröhlich Bilder hoch - ohne sich Gedanken über die Konsequenzen zu machen.

          Wo liegt genau das Problem? Große Fotoplattformen wie Twitpic, Flickr und Instagram haben Schnittstellen (APIs), über die theoretisch jeder die Bildinformationen, sogenannte Metadaten, abrufen kann. Die Geodaten sind immerhin bis auf etwa acht Meter genau und beziehen sich auf den Ort, an dem das Bild aufgenommen wurde.

          Owen Mundy, Professor an der Florida State University, hat diese Bilder nach dem Stichwort „Cat“ durchsucht, gefiltert und dann auf einer Google-Maps-Karte unter dem Namen „I know where your cat lives“ veranschaulicht. Trotz des Filterns finden sich teilweise auch Bilder von Menschen, die es mit dem Wort „Cat“ gepostet haben.

          Viele wissen gar nicht, was sie im Internet alles von sich preisgeben

          Was mit Katzen geht, funktioniert aber auch mit den Besitzern. Mundy selbst hatte über ein Jahr lang Bilder von seiner Tochter auf Instagram hochgeladen, bis ihm auffiel, dass so jeder über die Metadaten den Wohnort seiner Tochter ermitteln könnte, sagte er gegenüber dem amerikanischen Blog „Motherboard“.

          Die Karte soll Menschen darauf aufmerksam machen, wie fahrlässig sie teils freiwillig, teils unwissend mit ihren Daten umgehen. Mundy erzählt gegenüber der „USA Today“, dass er von vielen gefragt wird, wie sie das Katzenbild von der Karte entfernen können. Mindestens genauso viele würden aber fragen, wie auch ihre Katze es auf die Karte schafft.

          Um die Karte nach wie vor finanzieren und erweitern zu können, hat Mundy auf der Crowd-Funding-Plattform Kickstarter um Geld gebeten. Sein Ziel von 2500 Dollar wurde übertroffen. Somit kann er nun mehr Server finanzieren und die Karte funktioniert weiterhin.

          Wie die Katze von der Karte verschwindet

          Wer dennoch möchte, dass sein Bild entfernt wird, hat zwei Möglichkeiten: Erstens kann man natürlich das Bild dort löschen, wo man es hochgeladen hat. Einige Nutzer haben das bereits getan, weshalb an manchen Orten auf der Karte kein Katzenbild mehr erscheint.

          Viel mehr bringt es aber, bei seiner Handy-Kamera das GPS-Tag ausschalten, damit dem Foto keine Geodaten zugeordnet werden. Zudem sollte man die Einstellungen im Profil ändern. Lässt man die Smartphone-Apps nicht auf den Standort zugreifen, verschwindet das Bild nach Angaben des Professors binnen 30 Tagen auch von der Karte.

          Damit auch beim Post des Bildes keine Ortsangabe gemacht wird, sollte man die allgemeinen Standorteinstellungen ändern. Bei Android findet man diese unter dem Punkt „Standortdienste“, bei iOS sind es die „Ortungsdienste“. Wenn Sie bestimmen möchten, welche App Ihren Wohnort kennen darf und welche nicht, finden Sie in den jeweiligen App-Einstellungen einen Punkt der „Standort“ (oder ähnlich) heißt.

          Weitere Themen

          Das ist das teuerste Land Europas Video-Seite öffnen

          17 Euro für eine Pizza : Das ist das teuerste Land Europas

          Für eine Einzimmerwohnung in Reykjavik werden durchschnittlich 1300 Euro fällig, für eine Pizza zahlt man 17 Euro und selbst eine Flasche Bier kostet sieben Euro – das Leben in Island ist eindeutig nichts für Sparfüchse.

          Die Pensionslasten steigen um 70 Milliarden Euro

          Beamte im Ruhestand : Die Pensionslasten steigen um 70 Milliarden Euro

          Den Bund kommen die Gehälter und Beihilfen für seine Beamten im Ruhestand immer teurer zu stehen. Inzwischen rechnet er mit einem Betrag von deutlich mehr als 700 Milliarden Euro. Darunter leiden vor allem die Länder.

          Topmeldungen

          Engpass bei Medikamenten : Wenn die Arznei nicht mehr zu haben ist

          Patienten im Rhein-Main-Gebiet bekommen immer häufiger nicht ihre benötigten Medikamente. Apotheker müssen manche Kunden aufgrund von Lieferengpässen wegschicken. Doch das Problem ist längst nicht mehr nur regional.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.