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Computerkonzern : Hewlett-Packard will sich aufspalten

Meg Whitman krempelt Hewlett-Packard um Bild: Picture-Alliance

Der Computerkonzern Hewlett-Packard will sich aufspalten. In einem Teil soll das Geschäft mit Personal Computern und Druckern zusammengefasst werden, im anderen das mit Geräten für Unternehmen und Dienstleistungen.

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          Erst Ebay, jetzt Hewlett-Packard (HP): In der amerikanischen Technologiebranche geht es Schlag auf Schlag mit Aufspaltungen. In der vergangenen Woche hatte der Online-Händler Ebay angekündigt, seine Bezahlsparte Paypal abspalten und separat an die Börse bringen zu wollen, und nun geht HP einen ähnlichen Schritt. Wie das „Wall Street Journal“ am Sonntag meldete, will das Unternehmen sich in zwei Teile aufspalten.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das Geschäft mit Personalcomputern und Druckern soll vom Rest des Konzerns getrennt werden, zu dem Segmente wie Großrechner für Unternehmen, Dienstleistungen und Software gehören. Die Aufspaltung könnte dem Bericht zufolge am Montag offiziell verkündet werden. Die PCs und Drucker stehen zusammen für rund die Hälfte des Konzernumsatzes, und es handelt sich bei ihnen um die Geschäfte von HP, die bei Endverbrauchern am bekanntesten sind.

          Der Schritt ist eine Zäsur für den traditionsreichen amerikanischen Technologiekonzern, außerdem kommt er einer strategischen Kehrtwende gleich und ist ein Stück weit eine Rehabilitierung für Léo Apotheker, den Vorgänger der heutigen Vorstandsvorsitzenden Meg Whitman. Denn Apotheker hatte vor drei Jahren das PC-Geschäft schon einmal zur Disposition gestellt. Apotheker wurde aber entlassen, bevor der Schritt vollzogen war, und seine Nachfolgerin entschied, die Sparte doch zu behalten. Sie wies zur Begründung darauf hin, dass die PCs eng mit vielen anderen Konzernbereichen verwoben seien, zum Beispiel im Einkauf. So profitierten Segmente wie Großrechner von einer gemeinsamen Beschaffung mit der PC-Sparte, hieß es damals.

          HP steckt seit einigen Jahren in Turbulenzen

          Nun kam Whitman aber offenbar doch zu dem Schluss, dass die PCs zusammen mit den Druckern als unabhängige Einheit eine bessere Zukunft haben. Dem PC-Geschäft hat in den vergangenen Jahren die verstärkte Konkurrenz von mobilen Geräten wie Tabletcomputern zugesetzt, auch wenn es sich zuletzt wieder etwas stabilisiert hat. Whitman soll dem Bericht zufolge nach Aufspaltung als Vorstandsvorsitzende des Unternehmens fungieren, das nach der Trennung von den PCs und den Druckern übrig bleibt. Das neue PC- und Druckerunternehmen soll von Dion Weisler geführt werden, der schon heute im HP-Management für diese Aktivitäten zuständig ist. Whitman soll hier als Chairman den Vorsitz des Verwaltungsrats bekommen.

          HP steckt seit einigen Jahren in Turbulenzen. Das Unternehmen kämpft mit einer allgemeinen Marktschwäche in wichtigen Segmenten wie etwa den PCs. Daneben warfen aber hausgemachte Schwierigkeiten wie ständige Führungswechsel, abrupte Strategieänderungen und fehlgeschlagene Zukäufe den Konzern aus der Bahn. Whitman hat nie eine schnelle Wende in Aussicht gestellt und wiederholt gesagt, sie erwarte eine vollständige Erholung erst 2016. Sie hat eine tiefgreifende Restrukturierung eingeleitet, in deren Rahmen bis zu 50.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

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