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Einkaufsliste : Chinas Regierung boykottiert Apple

  • Aktualisiert am

Arbeiter bereiten die Eröffnung eines Apple-Ladens in Hangzhou vor. Bild: Reuters

Chinas Zentralregierung kauft nichts mehr von Apple, Intel und weiteren amerikanischen Unternehmen. Denn das Land hat Angst vor Spionage - zumindest ist das der offizielle Grund.

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          Apple, Cisco, Intel: China hat Produkte einiger der bekanntesten Technologiekonzerne von der staatlichen Einkaufsliste verbannt und dafür viele heimische Unternehmen in die Liste aufgenommen, die sagt, welche Produkte zentralstaatliche Behörden kaufen dürfen. Insgesamt hat sich die Zahl der freigegebenen Produkte in den vergangenen zwei Jahren von gut 2000 auf knapp 5000 erhöht.

          Chinesische Experten führen die Streichung der Konzerne auf Sicherheitsbedenken gegen amerikanische Unternehmen zurück, die durch die Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden zugenommen hätten. „Der Snowden-Fall hat Anlass zur Sorge gegeben, vor allem in der Führungsspitze“, sagte Tu Xinquan, stellvertretender Direktor der University of Internationalen Business and Economics in Peking.

          Schon seit einigen Monaten macht China allerdings amerikanischen IT-Unternehmen das Leben im Land schwer - nicht nur auf diese Weise. Im August zum Beispiel hat das Kartellamt die Koppelung von verschiedenen Microsoft-Produkten in den Fokus genommen - ungefähr zu einer Zeit, zu der eine staatlich unterstützte Entwicklerallianz ein eigenes Betriebssystem zu entwickeln begann. Für die Konzerne dagegen ist China ein attraktiver Markt. Apples jüngste Erfolgszahlen wurden auch dadurch möglich, dass der Konzern vor einem starken Jahr eine Kooperation zum Verkauf des iPhone in China geschlossen hat.

          Auf der aktuellen Liste wird genau aufgeführt, welche Produkte von welchen Marken direkt erworben werden dürfen. Zusammengestellt wird sie vom Finanzministerium. Bestellungen sind bis zu einem Wert von 500.000 Yuan (rund 71.000 Euro) erlaubt. Die Liste gilt als Richtlinie für die Zentralregierung, nicht jedoch für staatliche Unternehmen, Provinzen oder das Militär, welches ein eigenes Register führt.

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