https://www.faz.net/-gqe-8zzt5

CDU-Politiker fordert : „Wir brauchen einen Masterplan für künstliche Intelligenz“

  • Aktualisiert am

Thomas Jarzombek ist Bundestagsabgeordneter der CDU. Bild: EPA

China hat einen nationalen KI-Plan angekündigt, amerikanische Unternehmen investieren viel Geld in diese Technik. Deutschland muss mehr tun, sagt ein Abgeordneter der Union nun. Schnell.

          Der CDU-Politiker Thomas Jarzombek fordert für Deutschland einen Masterplan für künstliche Intelligenz (KI). Nachdem China angekündigt hat, mittels einer neuen Investitions-Initiative in den kommenden Jahren führend auf diesem wichtigen Gebiet werden zu wollen, müssen die Bundesrepublik und Europa reagieren, sagte der IT-Fachmann und Abgeordnete. „Wir brauchen in der neuen Legislaturperiode sofort einen Masterplan, in dem Forschung und Wirtschaft zusammenarbeiten.“

          Diese Technologie sei „so entscheidend, dass wir sie nicht China überlassen dürfen, wo es ein ganz anderes Menschenbild gibt.“ Jarzombek warnte dabei davor, dass in Deutschland aus ethischen Bedenken nicht abermals eine Zukunftstechnologie verhindert werden dürfe.

          Deutsche sorgen sich um Datensicherheit

          Künstliche Intelligenz dringt mittlerweile in nahezu alle Wirtschaftsbereiche vor, überall da, wo es um großen Datenmengen geht, Routinen oder das Ermitteln und Erkennen von Zusammenhängen. In der Öffentlichkeit prominente Beispiele sind selbstfahrend Autos oder digitale Sprachassistenten. In China setzen die großen Technologieunternehmen Baidu, Alibaba und Tencent darauf, in den Vereinigten Staaten beispielsweise Alphabet (Google), Facebook und Microsoft.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits gefordert, dass in der Europäischen Union notfalls Übernahmen von Start-Ups auf diesem Gebiet durch Firmen aus Amerika oder China verhindert werden sollten. Zudem solle die EU ihre Beihilferegeln in diesem Bereich lockern.

          In den Bundestags-Wahlprogrammen der Parteien findet das Thema KI allerdings kaum Niederschlag: Im gemeinsamen Programm von CDU und CDU wird es zwei Mal erwähnt, in den Programmen von SPD, FDP, Grünen und dem gesonderten Bayernplan der CSU je einmal. Linkspartei und AfD erwähnen das Thema gar nicht.

          Für viele Deutsche scheint derweil Datensicherheit besonders wichtig zu sein, wenn es um künstliche Intelligenz geht. Darauf deutet zumindest eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hin im Auftrag des IT-Dienstleisters VMware. Demnach gehen sieben von zehn Verbrauchern davon aus, dass zum Beispiel vollautomatische Dienstleistungen die Sicherheit ihrer persönlichen Daten gefährden. Auch Chatbots, Programme für automatisierte Kommunikation, sehen mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten als ein Sicherheitsrisiko.

          Dennoch sehen zwei Drittel Vorteile in voll automatisierten Dienstleistungen. Zurückhaltung in Sachen KI könne sich vor allem für die Industrie negativ auswirken, warnte VMware-Chef Pat Gelsinger, denn vielen deutschen Unternehmen stünden „enorme Möglichkeiten“ offen.

          Weitere Themen

          Das war die Gamescom 2019 Video-Seite öffnen

          Rückblick : Das war die Gamescom 2019

          Die Gamescom 2019 ist vorbei. Doch welche Hallen und Stände lohnten einen Besuch? F.A.Z.-Redakteur Bastian Benrath verrät es auf einem Videorundgang.

          Topmeldungen

          Reformen der Koalition : Immer auf die Besserverdiener

          Egal ob Baukindergeld, Pflegereform oder Soli – die große Koalition schließt Einkommensstarke konsequent von finanziellen Entlastungen aus. Die Grenzen setzt sie dabei willkürlich und der Papierkrieg ist immens.

          Brandenburg : Ist das schlimmer als Diktatur?

          Angegriffen und abgehängt: Vor den Landtagswahlen kocht im Osten die Stimmung. Davon profitiert vor allem die AfD. Eine Reise durch die Dörfer Brandenburgs.

          AfD in Sachsen : Die DDR ist ein Wahlkampfschlager

          In Sachsen will die AfD die Landtagswahl gewinnen – dafür bedient sie gezielt ein Zerrbild der Wirklichkeit. Ihre Wähler stört das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.