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Buzzfeed startet in Deutschland : Mit Katzen auf Klickjagd

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„Wir werden das machen, wovon wir glauben, dass die Leute gerne darüber reden“ Bild: dpa

Die amerikanische Internetseite Buzzfeed hat jetzt offiziell eine deutsche Ausgabe. Zum Start luden die Macher in ein Katzencafé.

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          „17 wahnsinnig clevere Produkte, die jeder Säufer haben sollte“ oder „Bist Du ein West-Kind der 80er Jahre?“. Die listenreiche amerikanische Seite Buzzfeed hat jetzt offiziell eine deutsche Ausgabe. Abwegige Listen und niedliche Katzen - für diese Masche wird das amerikanische Original gern belächelt. Zum Start der deutschen Version lud Buzzfeed konsequent in ein Berliner Katzencafé. Während zwei getigerte Kater durch das Lokal tollten, stellten die Macher ihre Pläne vor.

          Was bei Buzzfeed Deutschland passiert, kreist zunächst um leichte Kost und um soziale Netzwerke. „Sie werden anfangs viel Unterhaltungs-Inhalte auf Buzzfeed sehen“, sagt Scott Lamb, der bei der amerikanischen Firma für den internationalen Ausbau zuständig ist. Man werde mehr „Cat Content“ bringen, scherzt er. In acht Monaten könne die Seite anfangen, auch Nachrichten und Lifestyle-Themen abzudecken. Damit lockt Buzzfeed weltweit 150 Millionen Leser pro Monat an.

          Die Macher setzen gezielt darauf, dass Leser die Artikel und Bildersammlungen online an ihre eigenen Freunde verbreiten. So stößt dann auch ein Großteil der Buzzfeed-Leser auf die Webseite. In Deutschland hat das größte Online-Netzwerk Facebook 25 Millionen Nutzer, das ist eine gute Basis für das vierköpfige Buzzfeed-Team.

          Buzzfeed verkauft „Sponsored Content“

          „Wir werden das machen, wovon wir glauben, dass die Leute gerne darüber reden und das sie es mit ihren Freunden teilen“, sagt die Chefredakteurin von Buzzfeed Deutschland, Juliane Leopold. Eine große Fangemeinde auf Facebook aufzubauen, ist ein wichtiges Ziel. Leopold war zuvor bei „Zeit Online“ für Social Media verantwortlich und arbeitete bei Medien wie der Wochenzeitung „Freitag“ und der „Neuen Zürcher Zeitung“. Mit der Berliner Buzzfeed-Redaktion will Leopold nun herausfinden, welche Inhalte bei den deutschen Nutzern am besten ankommen. Damit ist sie nicht allein: Auch andere deutsche Medien und Seiten wie Heftig.co buhlen aggressiv auf Facebook um Klicks.

          Buzzfeed setzt auf sein bewährtes Modell. Die Themen drehen sich oft um Dinge, mit denen sich die jungen Leser identifizieren können. Solche Geschichten könnten in Deutschland mit seinen vielen regionalen Besonderheiten gut erzählt werden, sagt Sebastian Fiebrig. Er ist einer von aktuell drei Mitarbeitern (plus Chefredakteurin) und lobt die Bereitschaft zu Experimenten: „Da wird viel mehr darüber nachgedacht, was möglich ist, und nicht, was nicht möglich ist.“

          An einer deutschen Stimme arbeitet die Seite derweil noch. „10 Dinge, die Amerikaner an Deutschland verwirren“ gibt es dort, oder „Gedanken, die jeder kennt, der schon von einem Laubbläser geweckt wurde“. Was humorvoll sein soll, kann schon einmal schief wirken. Nicht ganz geschmackssicher sind etwa die angeblich cleveren Produkte für Alkoholiker oder der vielkritisierte erste Artikel, der Witze über die Gefechte in der Ostukraine machte („16 Schritte, wie du dich auf die russische Invasion vorbereitest“).

          Einen ersten Werbepartner hat die Webseite schon. Der Autobauer Opel tritt als Sponsor eines Artikels auf. Buzzfeed verkauft keine Werbebanner, wie die meisten anderen deutschen Medien, sondern sogenannten „Sponsored Content“. Diese Inhalte sind genauso aufgebaut wie die Texte der Redaktion, werden aber von den Werbekunden bezahlt.

          Das erste Ziel ist nun, in Deutschland schnell zu wachsen. Dafür sollen die Inhalte auf das hiesige Publikum zugeschnitten werden. Buzzfeed-Expansionsmanager Lamb sagt, er hoffe, dass die deutsche Version innerhalb eines halben Jahres eine eigene Handschrift entwickeln werde.

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